Krank! Wenn die Grippe
chronisch wird

Viren haben in den letzten drei Jahren sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Wir nehmen so manches nicht mehr auf die leichte Schulter.

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Von Benjamin Ehrenberger, B. Sc.


Viren haben in den letzten drei Jahren sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Wir nehmen so manches nicht mehr auf die leichte Schulter. Auch weil es immer öfter vorkommt, dass ein scheinbar simpler Infekt zu einem Dauerproblem wird. Long Covid, Gürtelrose, Pfeiffersches Drüsenfieber – das Abklingen der Akutphase bedeutet oft nicht das Ende der Krankheit. Nach einer schweren viralen Infektion wieder zu Kräften zu kommen ist mitunter gar nicht so leicht. Aber was hindert uns daran, uns wieder so richtig gut zu fühlen und wie können wir es doch erreichen?

Jeder Gedanke, jede Emotion und jede Erfahrung sendet eine Meldung an das Immunsystem und bestimmt, ob dieses befördert oder beeinträchtigt wird. Optimisten verfügen deshalb über eine signifikant bessere Immunfunktion als Schwarzmaler. Bei ihnen geht eine Infektion samt ihren möglicherweise noch vorhandenen Spuren schneller weg. Weil sie entspannter sind? Jedenfalls schläft besser, wer entspannter ist und damit ist schon ein Hauptgrund für schwierige Genesungsverläufe genannt: Stress. Am meisten setzen wir uns selbst unter Druck, lassen uns aber oft auch unter Druck setzen – sei es von der Familie, sei es von der Arbeit. Ängste sind damit verbunden, wenn es uns nicht gelingt, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Besonders schlimm war das während der harten Phasen der Coronazeit, wenn man mit einem positiven Testergebnis schon bangte, ob man zu den „schweren Verläufen“ gehören und ob man Long Covid ausfassen würde – besonders belastend, wenn auch noch Existenznöte dazukamen, die Sorge um Angehörige oder ein schwierigerer Familienalltag.

Achten Sie genug auf sich selbst? 

Es ist vielleicht zum Teil unserer auf Leistung ausgerichteten Gesellschaft geschuldet, dass es vielen schwerfällt, auf sich selbst zu achten. Kommen wir nach einer schweren Grippe wieder auf die Beine, ist es oft unser erster Instinkt, uns gleich wieder mit voller Kraft in den Alltag zu stürzen. Dass der Körper die Kräfte, die man ihm nun abverlangt, in vielen Fällen noch gar nicht zurückerlangt hat, bleibt dabei zunächst unbemerkt. Der Rückgang der Symptome wird nur allzu gerne mit dem Ende der Krankheit verwechselt. Dabei vergisst man leicht, dass die Bewältigung einer Infektion dem Körper eine Menge Ressourcen abverlangt, welche nur allmählich wieder aufgebaut werden. Im Sinne der Selbstfürsorge ist es daher wichtig, ein Gefühl für den eigenen körperlichen Energiehaushalt zu entwickeln und sich ausreichend Zeit für Erholung einzuräumen. Entschleunigung ist dabei nicht alles, denn zur Selbstfürsorge gehört auch, auf die eigenen Bedürfnisse eingehen zu können und verstärkt auf jene Dinge im Leben zu achten, die die eigene physische und psychische Gesundheit unterstützen. 

Veränderung des Lebensstils

Wer die eigene Gesundheit nachhaltig verbessern möchte, muss auf mehreren Ebenen arbeiten und neue Gewohnheiten schaffen. Genau das fällt so schwer. Einmal gesund essen geht ja, aber ständig? Einmal spazieren gehen, o. k., aber täglich? Und dann auch gleich noch alles zusammen ändern? Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, Bewegung und ein positives Mindset greifen dabei Hand in Hand. In der Theorie klingt das gut, die Umsetzung in der Realität gestaltet sich aber meistens schwieriger. Chronisch kranke Menschen sind oft körperlich zu eingeschränkt, um von heute auf morgen ihr Leben völlig umzukrempeln. Ihre Leidensgeschichte hat in vielen Fällen Teufelskreise hervorgebracht, die sie in ungesunden Verhaltensmustern verharren und einen Ausbruch daraus unmöglich scheinen lassen. Ein solches Muster sehen wir zum Beispiel bei depressiven Störungen, welche bei Betroffenen nicht selten Schlafstörungen hervorrufen. Der fehlende bzw. gestörte Schlaf kann in weiterer Folge zu einer Verschlimmerung der depressiven Symptomatik führen, was die gesundheitliche Abwärtsspirale verstärkt. Werden Leidensdruck und körperliche Einschränkungen zu groß, fehlt der betroffenen Person immer mehr die Kraft für gesundheitsfördernde Aktivitäten wie Bewegung in der Natur, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im persönlichen Umfeld oder den Einkauf und die Zubereitung von nährenden Gerichten. Mit Zunahme der Symptome wird der Balanceakt zwischen falscher Gewohnheit und der Vorstellung von einem gesunden Leben immer schwieriger, was die Rolle der Prävention umso wichtiger werden lässt. 

Sich „gesund schlafen“ 

Egal ob Prävention oder Rehabilitation, ein Faktor, der immer relevant sein wird, ist der erholsame Schlaf. Wer gut und genug schlafen kann, hat beste Chancen auf Regeneration. Wer aber zu wenig schläft, der degeneriert. Egal ob Immunsystem, Nervensystem oder Verdauungssystem, guter Schlaf wirkt sich positiv auf sämtliche Reparaturvorgänge im Körper aus, ja ist sogar die Voraussetzung dafür. Viele gesundheitliche Probleme stehen daher vor allem im Zusammenhang mit mangelhaftem Schlaf. Wer nur mit Schlaftabletten schlafen kann, ist noch schlimmer dran. Damit erreicht man keinen erholsamen Schlaf, sondern wird nur betäubt. Einige Nächte schlecht oder zu wenig geschlafen zu haben stellt für die meisten Menschen kein großes Problem dar und kann im Normalfall vom Körper ausgeglichen werden. Chronischer Schlafmangel lässt sich allerdings nicht ausgleichen und kann zu dauerhaften Schäden im Gehirn führen. Schlafmangel beschleunigt die Entstehung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer. Anekdotische Beispiele finden wir bei politischen Größen wie Ronald Reagan und Margaret Thatcher, welche beide von sich behaupteten, mit etwa vier Stunden Schlaf pro Nacht auszukommen – beide hatten schließlich relativ früh mit Demenz zu kämpfen.

Das chronische Erschöpfungssyndrom

Dann gibt es Menschen, die können zwar schlafen, aber gar nicht mehr damit aufhören. Lange gab das „Chronische Fatigue-Syndrom“ (CFS), auch Myalgische Enzephalomyelitis (ME), der Wissenschaft Rätsel auf. Wie ist die chronische Erschöpfung, die Jung wie Alt treffen kann, zu interpretieren und vor allem, was macht man dagegen? Mit der Zeit wurde klar, dass es sich um eine neuroimmunologische Erkrankung handeln muss. Die genaue Entstehung von CFS ist immer noch ungeklärt, allerdings scheint die Krankheit oft nach schweren viralen Infektionen aufzutreten oder bei einer Reaktivierung – etwa durch Erreger wie das Epstein-Barr-Virus (EBV), ein hartnäckiges Herpesvirus, dass das Pfeiffersche Drüsenfieber verursacht und danach im Körper verbleibt, ständig lauernd, ob zu viel Stress das Immunsystem seines Wirts schwächt und es wieder ungehindert die große Bühne betreten kann.

Neben der schweren Fatigue (Erschöpfung) leiden Betroffene meist unter einer ganzen Reihe von weiteren Symptomen, darunter Herzrasen, Kurzatmigkeit, Gliederschmerzen und Gehirnnebel, die sich auf sämtliche Bereiche des Körpers erstrecken können. Oft wird das dann als eine Autoimmunkrankheit abgestempelt. Sagt man einem jungen Menschen, bei dem Lupus-Symptome auftreten: „Sie dürfen keinen Sport mehr machen, nicht in die Sonne gehen, nie mehr Alkohol trinken“, dann fühlt sich das für die betroffene Person mitunter wie ein Todesurteil an. Dabei können sämtliche Beschwerden wieder verschwinden, wenn man den Erreger in den Griff bekommt und das Immunsystem wieder in Balance bringt. Eine Untersuchung der dänischen Universität Aalborg aus dem Jahr 2015 setzt den Leidensdruck, den ME/CFS-Patienten erleben, in Relation: Die durchschnittliche Lebensqualität der Betroffenen ist sogar niedriger als die von Personen, die einen Schlaganfall erlitten haben oder an Lungenkrebs oder Multipler Sklerose leiden. Die zahlreichen und oft unterschiedlichen Symptome führen dazu, dass die Diagnose so schwierig ist, ein Viertel der Patienten das Haus nicht mehr verlassen kann und mehr als die Hälfte arbeitsunfähig wird. Neben den Begleiterscheinungen lässt sich als Leitsymptom außerdem eine „Post-Exertional Malaise“ beobachten, das bedeutet: Nach körperlicher oder geistiger Belastung verschlimmert sich der Zustand. In schweren Fällen kann das schon der Fall sein, wenn sich die Person lediglich im Bett umdreht oder ein Gespräch führt. 

Vorteile eines guten Schlafs

  • Das Human Growth Hormone (HGH) wird zum größten Teil im Schlaf ausgeschüttet und steuert den Muskelaufbau, den Abbau von Körperfett und trägt außerdem zur Normalisierung von Blutzuckerwerten bei. Des Weiteren stimuliert es die Geweberegeneration, wodurch es immer mehr in den Fokus der Anti-Aging-Forschung gerät.
  • Während des Schlafs werden freie Radikale entfernt, die andernfalls Nervenschäden im Gehirn bewirken können. Schlaf wirkt auf diese Weise als Antioxidans und beugt der Alterung des Gehirns vor.
  • Im Schlaf werden Erinnerungen sortiert. Schlafen festigt relevante Erinnerungen und baut weniger relevante ab. Für eine optimale Leistung sollte bei einem guten Lern- oder Trainingsplan daher immer für ausreichend Schlaf gesorgt werden.
  • Auch das Immunsystem regeneriert sich im Schlaf. Untersuchungen haben gezeigt, dass nach nur einer Nacht mit wenig Schlaf (weniger als vier Stunden) die Anzahl der natürlichen Killerzellen durchschnittlich um 28 Prozent vermindert ist.

Long-Covid

Chronische Erschöpfung ist auch das, was viele Menschen derzeit als Long Covid erleben. Dass ein viraler Infekt Langzeitfolgen nach sich ziehen kann, ist seit dem Aufkommen von Covid-19 allgemein bekannt. Sie treffen auch junge Menschen und können sogar nach einem harmlosen Verlauf der Infektion auftreten. Der Körper ist ausgepowert, man kommt nicht mehr richtig auf die Beine und hat auch noch das Gefühl, dass man seine besten Jahre verpasst. Bei Long Covid, so haben Studien gezeigt, sind die Beschwerden sehr häufig auf eine Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus zurückzuführen. 

Was ist also zu tun?

Es gibt Natursubstanzen, die uns einerseits besser mit Stress umgehen lassen und die andererseits auch Erreger bekämpfen, für guten Schlaf sorgen oder einfach Energie schenken. Jeder braucht dabei etwas anderes. Hier ein paar Beispiele für Natursubstanzen, die uns schneller wieder auf die Beine bringen:

Mehr Energie mit Rhodiola

Die im kalten Hochland gedeihende Rhodiola blickt auf eine lange Verwendungsgeschichte in der Naturheilkunde zurück. Dank ihrer Eigenschaften als Adaptogen hilft sie dem Körper dabei, die zur Verfügung stehende Energie besser zu nutzen und in Stresssituationen die Nerven zu bewahren. Vor allem Personen, die unter Langzeitstress leiden, schätzen die Rhodiola für ihre ausgleichende Wirkung in Bezug auf Stresshormone und ihren schützenden Effekt auf Leber, Stoffwechsel, Drüsentätigkeit und das Immunsystem. Schon die Wikinger wussten um die stimulierende Wirkung der Pflanze und nutzten sie, um ihre körperlichen Kräfte zu stärken. Als Energielieferant und Stimmungsaufheller eignet sich Rhodiola sehr gut für Personen, denen im Alltag große körperliche und geistige Leistungen abverlangt werden, und hilft gleichzeitig bei der Regulation und Stabilisation des Schlaf-wach-Rhythmus, was bei Jetlag oder Schichtarbeit nützlich sein kann. Aufgrund ihrer anregenden und aktivierenden Wirkung ist Vorsicht bei der kombinierten Einnahme von Rhodiola und Kaffee geboten, wobei Rhodiola eine effektive Alternative für die Menschen darstellen kann, die ihren Kaffeekonsum reduzieren möchten. Auch Sportler profitieren von einer Supplementierung mit Rhodiola, da sie die Glykogensynthese in Muskeln und Leber anregt sowie den Muskelaufbau und die Sauerstoffaufnahme verbessert.

Jiaogulan 

Eine weitere adaptogene Pflanze, deren Wirkstoffe mit einer Vielzahl von gesundheitsfördernden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden, ist Jiaogulan. Als Kraut der Unsterblichkeit wird es seit vielen Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin zur Behandlung von geistigen und körperlichen Leiden verwendet. Die in der Pflanze enthaltenen Gypensoide verhindern stressbedingte Erkrankungen und regen das körpereigene Enzym Superoxiddismutase an, welches als enorm wirksames Antioxidans die Gefäße vor Arteriosklerose fördernden freien Radikalen schützt. Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin ist Jiaogulan ein Qi-Tonikum, das zur energetischen Stärkung von Milz und Lunge beiträgt. Wer wenig Energie in Milz und Lunge hat, neigt zu Müdigkeit, Energiemangel und melancholischer Stimmung. Jiaogulan regt die Bildung weißer Blutkörperchen an, wirkt auf diese Weise immunstärkend und beugt Thrombosen vor, indem es die Verklumpung des Blutes hemmt. Insgesamt zeichnet sich das Kraut der Unsterblichkeit durch die große Summe seiner Wirkungen und eine gute Verträglichkeit aus. Die Einnahme kann sowohl morgens, mittags als auch abends erfolgen. Es wirkt sich positiv auf den Schlaf aus, fördert Regenerationsprozesse und die Entgiftung von Magen und Darm.

Cordyceps-Heilpilz

Ursprünglich eines der kostbarsten Naturheilmittel aus dem Himalaja-Hochgebirge, kann der Cordyceps-Pilz heute unter kontrollierten Bedingungen in gleich hoher Qualität gezüchtet werden. Seine antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften verleihen ihm eine starke Wirksamkeit gegen eine Vielzahl von Erregern. Stärkende Effekte auf Leber, Lunge und Prostata machen ihn zu einem guten Mittel, um Altersschwäche vorzubeugen. Sportler schätzen den Cordyceps für seine fördernde Wirkung auf Ausdauer und Belastungsfähigkeit sowie Durchblutung, Senkung des Blutdrucks und Verbesserung der Sauerstoffaufnahme. Idealerweise dämmen seine Wirkstoffe gleichzeitig die Bildung freier Radikale ein, verleihen dem Pilz also auch einen antioxidativen Effekt. Des Weiteren wirkt er schützend und regenerierend auf die Niere und fördert die Nierenfunktion, sogar nach einer Transplantation. Wie viele Heilpilze wirkt er nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche, stärkt den Mut bei Menschen, die mit Angst, Stress und Erschöpfung zu kämpfen haben. Gerne wird der Cordyceps auch bei Schlafstörungen eingesetzt, wobei hier aufgrund seiner energetisierenden Effekte eine abendliche Einnahme vermieden werden sollte.  

Coenzym Q10

Als vitaminähnliche und fettlösliche Substanz spielt das Coenzym Q10 eine essenzielle Rolle im Energiestoffwechsel der Zelle. Das Molekül Adenosintriphosphat gilt als Hauptenergiespeicher der Zelle und wird von den Mitochondrien mithilfe von Sauerstoff, Enzymen und Vitalstoffen, darunter auch Coenzym Q10, hergestellt. Bei Stress – auch eine schwere virale Infektion bedeutet Stress für den Körper – kommt es schnell zu einem Q10-Mangel. Müdigkeit und Energielosigkeit sind die Folge, aber auch Depressionen oder Herzschwäche. Ein erneuter Infekt kann zu schaffen machen, da Q10 auch für die Immunzellen benötigt wird. Sind die Zellen durch Coenzym-Q10-Mangel in ihrer Leistung eingeschränkt, sind sie anfälliger für Zellschäden und altersbedingte Krankheiten. Wer über 40 Jahre alt ist bzw. Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine zu sich nimmt, ist besonders gefährdet für Coenzym-Q10-Mangel, da dadurch die körpereigene Coenzym-Q10-Produktion reduziert ist.

Vitamin B-Komplex

Vitamin-B-Mangel tritt häufiger auf, als man denkt. In vielen Fällen liegt das daran, dass bestimmte Erkrankungen mit einem erhöhten Bedarf an B-Vitaminen in Verbindung stehen. Diabetes, Arteriosklerose, chronische Darmentzündungen und Neuropathie können allesamt aufgrund des großen Verbrauchs von B-Vitaminen zu einem Mangel führen. Auch eine unzureichende Ernährung kann sich in einem Mangel äußern, denn B-Vitamine sind ähnlich wie Vitamin C sehr empfindlich gegenüber Einwirkungen wie Licht, Hitze oder Wasser und gehen beim Kochen schnell verloren. Außerdem kann es auch hier je nach Ernährungsstil einen größeren Bedarf geben. Vitamin B1 beispielsweise spielt eine wichtige Rolle bei der Instandhaltung des Nervensystems, wird jedoch durch den Konsum von leeren Kohlenhydraten wie Zucker und Alkohol schneller aufgebraucht, da der Körper es zum Abbau der Substanzen vermehrt benötigt. Wer zu wenig B-Vitamine hat, neigt zu Stress, Reizbarkeit, Nervosität und Konzentrationsmangel. Langfristig begünstigt ein Mangel die dauerhafte Degeneration der Nerven, was Schmerzen und kognitive Einbußen mit sich bringt. Da B-Vitamine wie B6 und B12 dem Körper bei der Bildung von Neurotransmittern wie Serotonin und Melatonin helfen, kann ein Mangel sich zudem auch in Stimmungs- und Schlafstörungen äußern, was wiederum die körperlichen Regenerationsprozesse behindern kann. Des Weiteren stehen auch unsere Träume unter dem Einfluss der B-Vitamine. Wer zu wenig Vitamin B6 hat, erinnert sich in der Regel nicht gut an seine Träume. Eine Supplementierung mittels Vitamin-B-Komplex stärkt das Kurzzeitgedächtnis und steigert durch die vermehrte Verfügbarkeit von Serotonin die Gehirnaktivität während des REM-Schlafs.

Melatonin

Melatonin – auch bekannt als Schlafhormon oder Hormon der Dunkelheit – steuert unseren Schlaf-wach-Rhythmus und sorgt dafür, dass wir zur richtigen Zeit müde werden. Eine Supplementierung mit Melatonin ist vor allem dann sinnvoll, wenn Veränderungen des zirkadianen Rhythmus ins Spiel kommen, denn wie bei fast allen Lebewesen ist das Dasein des Menschen mit einer Eingebundenheit in die natürlichen Rhythmen verbunden. Im Gegensatz zu Tieren ist der Mensch besonders gut darin, seine eigenen Rhythmen zu stören. Sei es der Jetlag nach weiten Flugreisen, die Umstellung vor und nach Schichtarbeit oder auch nur die Wiedereingewöhnung in den Arbeitsalltag nach einem längeren von Nachtaktivität geprägten Urlaub – eine unregelmäßige Lebensweise verwirrt unseren Tag-Nacht-Rhythmus und macht dem Körper zu schaffen. Hier kann Melatonin helfen, wieder auf die richtige Schiene zu kommen. Anders als Schlaftabletten oder Pflanzenextrakte mit einschläfernder Wirkung schafft Melatonin die Bedingungen für einen natürlichen Schlaf, der auch kein erschwertes Aufwachen nach sich zieht. Melatonin führt den Schlaf streng genommen nicht herbei, sondern weist den Körper lediglich auf die einsetzende Dunkelheit hin, was sich auf den Zeitpunkt des Einschlafens auswirkt. Melatonin nimmt man aber nicht längerfristig. Hat sich der gewünschte Rhythmus eingestellt, kann die Einnahme auch wieder unterbrochen werden.

Erreichbare Ziele setzen

Die meisten Menschen wissen, wie ein gesunder Lebensstil aussehen könnte, haben oftmals aber keine Ahnung, wie sie dorthin kommen sollen. Daher: Kleine Schritte gehen, erreichbare Ziele setzen! Gerade für Menschen, die besonders leiden, sind schon kleinere Ziele ein Erfolgserlebnis. Schließlich darf man sich nicht zu schnell zu viel zumuten, selbst wenn man sich wieder gut und stark fühlt. Regeneration passiert nicht über Nacht, man muss dranbleiben. Auch bei der Einnahme von Naturheilmitteln. Sie sind keine Medikamente, sondern Regulations- und Regenerationshilfen aus der Natur. Man darf sie nicht mit Medikamenten vergleichen und sobald man sich besser fühlt, sofort wieder mit der Einnahme aufhören. Man kann bei einem Auto auch nicht nur ein paar Liter tanken und dann glauben, man fährt damit so weit wie mit einem vollen Tank. Bei Mineralstoffen beispielsweise sind die Depots des Körpers nach einem Monat Einnahme noch längst nicht wieder aufgefüllt und bei der nächsten Stressphase oder säurebildendem Essen droht die nächste Übersäuerung. Bei Heilpilzen etwa weiß man, dass man sie ein halbes Jahr nehmen sollte, wenn man sich alle positiven Effekte, die sie auslösen können, wirklich zunutze machen will. Wenn einem etwas guttut, also weitermachen und mehr erreichen! 

Hilfe aus der Natur

Rhodiola Rosea
Extrakt

Melatonin +
L-Tryptophan

Jiaogulan
Extrakt

Bei den oben genannten, themenbezogenen Produkt-Tipps handelt es sich um bezahlte Einschaltungen der Dr. Ehrenberger Synthese GmbH.

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