Das 
Wunderwerk
Immunsystem

Dieses Wunderwerk schafft es, unser Blut steril zu halten. Wie ist das möglich?

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Von Benjamin Ehrenberger, B. Sc.


Auch wenn wir es gar nicht mehr hören wollen: Die Grippezeit steht wieder einmal vor der Tür. Wir leben in einer Welt voller Viren und Bakterien, immer schon. Doch das ist noch kein Grund zur Panik. Denn wir sind von Natur aus sehr gut gerüstet. Wir haben unser Immunsystem. Obwohl unsere schützenswerte Innenwelt nur wenige Millimeter von der Außenwelt und ihren Gefahren getrennt ist, schafft es dieses Wunderwerk trotzdem, unser Blut steril zu halten. Wie ist das möglich?

Generell unterscheidet man in der Immunabwehr zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Immunsystem. Das angeborene Immunsystem ist das aus evolutionärer Perspektive ältere und kann als erste Verteidigungslinie der Immunabwehr gesehen werden. Es operiert unspezifisch, das heißt, es unterscheidet kaum zwischen Erregern und kann daher schnell reagieren. Das erworbene Immunsystem hingegen ist dazu in der Lage, gezielt gegen bestimmte Erreger vorzugehen. Dank seiner Fähigkeit, sich an die Antigene der Erreger zu erinnern, kann es genau angepasste Immunantworten formulieren und trägt so zu der Bildung unseres immunologischen Gedächtnisses bei. Trotz der konzeptuellen Trennung von angeborenem und erworbenem Immunsystem arbeiten sie beide in der Verteidigung unseres Körpers zusammen. Zur Beschreibung dieser komplexen Interaktion verwenden Immunologinnen und Immunologen gerne das Sinnbild einer Armee, in der das angeborene Immunsystem die Fußsoldaten ausmacht, deren Vormarsch wiederum von den Generälen des erworbenen Immunsystems koordiniert wird. Die Wichtigkeit einer präzisen Ausrichtung der zur Verteidigung bereitstehenden Mittel kann hierbei nicht genug betont werden.

Was geschieht bei einer Infektion?

Bei einer Infektion wird der Körper von einem Krankheitserreger belagert, wobei dessen krankmachende Eigenschaften nur für einen Teil der Symptomatik verantwortlich sind. Der andere Teil entsteht durch die Art und Weise, wie unser Immunsystem auf den Erreger reagiert. Strategien wie Fieber und Entzündung sollen ihm Einhalt gebieten, können aber außer Kontrolle geraten. Werden Zytokine (Botenstoffe, die Abwehrmechanismen aktivieren) übermäßig freigesetzt, kann das zu einer massiven Entzündungsreaktion führen. Solche Zytokinstürme können schnell lebensbedrohlich werden und machen einen erheblichen Teil der Gefährlichkeit von schwer verlaufenden Infektionen aus. 

Wie sich Immunzellen spezialisieren

Die Entwicklung der Lymphozyten, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, erinnert an den Werdegang einer Medizinstudentin oder eines Medizinstudenten. Ursprünglich im Knochenmark gebildet, muss sich der Lymphozyt entscheiden, welche Rolle er im Abwehrkampf übernehmen möchte. Ähnlich wie bei Medizinstudierenden, die sich im Laufe ihrer Ausbildung auf einen Bereich spezialisieren, stehen den Lymphozyten verschiedene Berufswege offen. So können sie beispielsweise vom Knochenmark über das Blut in den Thymus wandern und zu T-Lymphozyten werden, die dann als T-Helferzellen Botenstoffe und andere Immunzellen aktivieren. Oder sie können als T-Killerzellen infizierte Zellen und Krebszellen eliminieren. Sie können aber zunächst auch noch im Knochenmark verbleiben und zu B-Lymphozyten werden, die sich anschließend auf bestimmte Erreger spezialisieren und somit zur Produktion maßgeschneiderter Antikörper beitragen. Neben den Lymphozyten gibt es noch weitere Mitspieler, wie die Phagozyten (Fresszellen), die auf unspezifische Weise Eindringlinge in unserem Körper ausfindig machen und verdauen. 

Komplexes Zusammenspiel 

Man kann sich vorstellen, dass bei einer solchen Vielzahl von Akteuren die Koordination besonders wichtig ist. Immunzellen verfügen durch die Regulation von Entzündungsprozessen über mächtige Werkzeuge zur Bekämpfung von Erregern, die viel Schaden anrichten können, wenn sie außer Kontrolle geraten. Sogenannte selbstreaktive Immunzellen richten sich nicht gegen körperfremde, sondern körpereigene Moleküle, wodurch sie Autoimmunkrankheiten auslösen. Normalerweise wird der Großteil dieser selbstreaktiven Immunzellen in Thymus und im Knochenmark ausselektiert, doch das gelingt nicht immer.

Immunsystem stärken

Zu stärken heißt nicht immer zu stimulieren. Ein gesundes Immunsystem verfügt über diverse modulierende Mechanismen. Modulation in diesem Kontext bedeutet, Immunreaktionen so zu steuern, dass sie den Körper bei der Bewältigung von Krankheiten unterstützen. Wer seinem Immunsystem dabei helfen will, ausgeglichen zu funktionieren, kann auf folgende Dinge achten:

Diversität hält gesund

Unser Körper ist dazu gemacht, mit unterschiedlichen Bedingungen zurechtzukommen. Wer ein widerstandsfähiges Immunsystem haben möchte, sollte nicht davor zurückschrecken, sich neuen und manchmal auch unbequemen Umgebungen auszusetzen. Bewegung in der Natur, Saunagänge und die eine oder andere kalte Dusche stellen hier einfache, aber effektive Möglichkeiten dar, die Abwehrkräfte zu stärken.

Abwechslung in der Ernährung

Ähnlich wie mit der Umgebung ist auch eine abwechslungsreiche Ernährung wichtig für unseren Körper. Der Konsum von verschiedenen und qualitativ hochwertigen Gemüsesorten beugt Mängeln vor. 

Ausreichend Schlaf

Ein ausgewogenes Maß an Schlaf ist essenziell für ein gut funktionierendes Immunsystem. Forscherinnen und Forscher haben entdeckt, dass nach nur einer schlecht verbrachten Nacht die Aktivität der natürlichen Killerzellen um bis zu 70 Prozent beeinträchtigt ist. 

Unterstützung durch Nahrungsergänzung

Wer sein Immunsystem durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen möchte, kann zunächst bei den Grundbausteinen anfangen. Zink ist hier ein großes Stichwort. Unter anderem spielt es eine wichtige Rolle bei der Ausbildung und Aktivierung der Immunzellen und erschwert durch die Verbesserung der Schleimhautstruktur das Anhaften von Viren. Außerdem sollte man auf ausreichend Vitamin C und D achten. Vitamin C ist ein wichtiger Baustein der Abwehrzellen und an vielen Stoffwechselvorgängen des Immunsystems beteiligt, während Vitamin D aufgrund seiner immunmodulierenden Wirkung essenziell für die Steuerung von Immunreaktionen ist. 

Ebenso immunmodulierend wirken die Inhaltsstoffe der Heilpilze, die durch ihren hohen Gehalt an Polysacchariden die richtige Erkennung von Erregern trainieren. Weiters gibt es den Sternanis, der als fester Bestandteil einer guten Hausapotheke bei der Eindämmung sämtlicher Viren unterstützen kann. Die in Sternanis enthaltene Shikimisäure stoppt die Aktivität von Viren und hemmt deren Vermehrung.

Krank werden gehört dazu

Und auch ein gesundes Immunsystem darf mal schlapp machen. Wir müssen uns von dem Gedanken lösen, durch ausreichend Stimulation jeder viralen Infektion vorbeugen zu können. Ein erfolgreiches Immunsystem ist dazu in der Lage, eine Infektion schnell zu überwinden und von ihr zu lernen. Wir leben in einer Zeit, in der gefühlt jede Woche ein neues Virus vor der Tür steht. Vermeidungsstrategien sind berechtigt, aber limitiert und auf lange Zeit schwer aufrechtzuerhalten. Wer für zukünftige Epidemien gewappnet sein möchte, sollte sich darum bemühen, ein interessiertes Verhältnis zu seinem Immunsystem aufzubauen. Die Stärken und Schwächen eines Immunsystems sind so individuell wie der Mensch, dem es gehört. Sie kennenzulernen und eigene Tendenzen zur Imbalance aufzudecken, ist ein entscheidender Schritt in der Selbstfürsorge und der Prävention von Infektionen, Krebs und Autoimmunkrankheiten. 

Hilfe aus der Natur

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