Von der Wiese
in den Mund

Teil 9 der Artikelserie Gesunde Lebensmittel – gesunder Mensch

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Von Natalie Schneider


Himbeerblätter

Auf sonnigen Waldlichtungen, an Waldrändern und Böschungen, selbst am Wegrand wächst die Waldhimbeere. Der ein bis zwei Meter hoch werdende Strauch ist erkennbar an seinen krautigen, stacheligen Stängeln und die eiförmigen Blätter, die an der Unterseite weiß-filzig behaart sind. Ihre Blüten sind weiß oder leicht rosa gefärbt, man kann sie in der Zeit von Mai bis Juni entdecken. Wussten Sie, dass nicht nur die süß-säuerlichen Früchte essbar sind, sondern auch die (jungen) Blätter? Sie ist nah verwandt mit der Brombeere und es werden in der Volksmedizin ebenso die Blüten, die jungen Triebe und die Wurzeln verwendet. Die Blätter zubereitet als Tee helfen aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe bei Durchfall und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Wenn Sie die Blätter sammeln möchten, sollten Sie das im Frühjahr tun, da sie um diese Zeit noch jung und zart sind. Die Himbeerfrüchte können bis zum Spätsommer bzw. im Herbst geerntet und verarbeitet werden, vor allem wenn sie gut ausgereift sind. Egal, ob als Gesundheitstee oder in einer Süßspeise, diese Pflanze bietet Genuss in jeder Hinsicht.

Steckbrief


Pflanzenname: Himbeere (Rubus idaeus), Himbeerblätter (Rubi idaei folium)

Erntezeit der jungen Blätter: Mai und Juni

Erntezeit der Früchte: August bis Oktober

Inhaltsstoffe der Früchte: Fruchtsäuren, B-Vitamine, Provitamin A, Kalium, Phosphor, Kalzium, Eisen und Magnesium

Inhaltsstoffe der Blätter: Vitamin C, Gerbstoffe, Flavonoide

Verwendung als Arzneipflanze: zur Kräftigung des Zahnfleisches, zur Blutreinigung, gegen Magen- Darm-Beschwerden, bei Hautausschlägen und wirkt entkrampfend

Verwendung als Lebensmittel: die Blätter als Tee, die Frucht dient als Zugabe bei diversen Speisen und Getränken

Achtung: Wer einen, der im Steckbrief angegebenen Inhaltsstoffe nicht verträgt, sollte die beschriebenen Kräuter nicht verwenden. Die hier beschriebenen Wirkungen sind keine ärztlichen Handlungsempfehlungen und ersetzen nicht den Arztbesuch!


Verwendung als Lebensmittel: frisch als Salat, blanchiert in warmen Gerichten, als Garnierung


Himbeerblätter – Rezepte

Gesundheitstee

Zutaten: 20 g Himbeerblätter, 10 g Erdbeerblätter, 5 g Brombeerblätter, 2 g Waldmeisterkraut.

Zubereitung: Alle Blätter, die im Mörser grob gemahlen werden, sind getrocknet. Man nimmt 2 gehäufte Teelöffel für ¼ Liter Tee und 2 Esslöffel für eine Kanne (ca. 6 Personen). Man lässt ihn im aufgekochten Wasser ca. 5 Minuten ziehen und seiht danach die Kräuter ab. Nach Geschmack können Zitronensaft und Honig beigefügt werden.

Himbeerblättertee

Zutaten: 1-2 TL Himbeerblätter, 1 EL Holunderblütensirup.

Zubereitung: 150 ml Wasser aufkochen und die Himbeerblätter damit übergießen. 5–8 Minuten ziehen lassen, anschließend den Tee durch ein Sieb in eine Tasse gießen und mit Holundersirup süßen.


Buchensprossen

Machen Sie im Frühling gerne Spaziergänge im Wald? Die Natur erwacht wieder zu neuem Leben und überall sieht man die Samen aus dem Vorjahr zwischen welken, braunen Blättern aufgehen. Inmitten dieser kleinen Pflanzen sollten auch Buchensprossen oder Buchenkeimlinge zu entdecken sein – eine, zum Teil recht unbekannte, Delikatesse. Unterhalb von ausgewachsenen Buchen sind oft große Flächen des Waldbodens von ihnen übersäht. Lassen Sie sich dabei nicht von deren Form irritieren. Die ersten beiden Blätter, die nach dem Keimen des Samens gebildet werden, nennt man Keimblätter und die haben noch nicht die typische, leicht gezackte Ellipsenform der Buchenblätter. Die Sprossen schmecken nussig, leicht grasig und haben durch ihre feste Konsistenz einen knackigen Biss – perfekt im Salat oder als Garnierung. 

Die Samen der Buche (Bucheckern) zählen eigentlich zu den Nüssen, reifen bereits im Herbst heran und fallen zu Boden. Sie sind wie die Sprossen essbar, sollten dafür jedoch gegart werden. Zu den genauen Inhaltsstoffen der Sprossen gibt es wenig Literatur, von den Bucheckern wissen wir aber, dass sie einen hohen Fettgehalt haben (22 %) – Ballaststoffe, Potassium, Vitamin C, Vitamin B6 und Mangan. In den Sprossen einer Pflanze sind bekanntlich die Wirkstoffe in vollem Ausmaß enthalten und somit als Rohkost sehr hochwertig.

Steckbrief


Pflanzenname: Buchensprossen, Buchenkeimlinge

Erntezeit: April und Mai

Verwendung als Arzneipflanze: Sie sollen antioxidativ wirken, durch das enthaltene Chlorophyll auch blutbildend

Verwendung als Lebensmittel: frisch als Salat, blanchiert in warmen Gerichten, als Garnierung

Achtung: Wer einen, der im Steckbrief angegebenen Inhaltsstoffe nicht verträgt, sollte die beschriebenen Kräuter nicht verwenden. Die hier beschriebenen Wirkungen sind keine ärztlichen Handlungsempfehlungen und ersetzen nicht den Arztbesuch!


Buchensprossen – Rezepte

Buchensprossen-Antipasti

Zutaten: 1 Schüssel junge Buchensprossen, 500 ml Wasser, 200 ml Balsamicoessig, 1 EL Honig, Prise Pfeffer.
Zutaten - Marinade: 4 EL Olivenöl, 2 EL Balsamicoessig, 1 EL Fruchtmarmelade (z. B. Feige passt sehr gut).

Zubereitung: Die jungen, frischen Sprossen waschen und von den Wurzeln befreien. Anschließend werden Wasser, Balsamicoessig, Honig und Pfeffer aufgekocht und die Sprossen der leicht köchelnden Mischung beigefügt. Die Buchensprossen für eine Minute darin blanchieren, dann mit einem Sieb herausheben und auskühlen lassen. In der Zwischenzeit rührt man die Marinade aus Balsamicoessig, Olivenöl und der Marmelade an und richtet die ausgekühlten Sprossen damit an. Buchensprossen-Antipasti passen gut zu Käse und geröstetem Brot.

Achtung: Rezepte wie dieses dienen als Ergänzung für mehr Abwechslung des Speiseplans. Beim Erhitzen (ab 50° C) können Wirkstoffe der Pflanze verloren gehen, deshalb empfehlen wir in erster Linie, die Buchensprossen als Rohkost zu verzehren.

Buchensprossensalat 

Zutaten: 500 g frische Buchensprossen, 4 EL milder Apfelessig, 4 EL Olivenöl, 3 EL Honig, 1 TL scharfer Senf, 
1 Knoblauchzehe, 1 Bund Frühlingszwiebeln, Prise Salz und Pfeffer, 1 Handvoll Sonnenblumenkerne, geröstet.

Zubereitung: Die Buchenkeimlinge gründlich waschen, die Stiele abtrennen und nur die Blätter verwenden. Knoblauchzehe und Frühlingszwiebeln fein hacken – nach Wunsch können diese beiden Zutaten auch in einer Pfanne vorher leicht gedünstet werden, wenn der Geschmack sehr mild werden soll (ohne den grünen Anteil der Frühlingszwiebeln). Die Zutaten für das Dressing in einem verschließbaren Gefäß gut aufschütteln und mit den Sonnenblumenkernen unter den Salat heben.

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