Schlaf – ein
Geschenk
der Natur

Ein 90-Jähriger hat im Laufe seines Lebens bereits mindestens 30 Jahre schlafend verbracht. Warum wird so viel wertvolle Lebenszeit in einem unbewussten Zustand vergeudet?

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Von Benjamin Ehrenberger, B. Sc.


Ein 90-Jähriger hat im Laufe seines Lebens bereits mindestens 30 Jahre schlafend verbracht. Warum wird so viel wertvolle Lebenszeit in einem unbewussten Zustand vergeudet? Warum hat die Natur, die doch immer so gut mit allem haushalten kann, das so eingerichtet? Im Schlaf regeneriert sich unser Körper. Er funktioniert einfach nur, wenn er diese Möglichkeit bekommt. Jedes einzelne Organ profitiert vom Schlaf und seinen regenerierenden Kräften. Neurochemische Prozesse sorgen gleich einem „neurochemischen Bad“ dafür, dass sich unser Gehirn im Schlaf erholen kann und unsere Psyche Erlebnisse gut verarbeitet. 

Schon mal was vom zirkadianen Rhythmus gehört? Ein Großteil der Lebewesen – darunter viele Pflanzen, der Mensch und die meisten Tiere – folgt in seinem Schlaf-wach-Verhalten einer inneren Uhr, die man den zirkadianen Rhythmus nennt. Zusammengesetzt aus den Wörtern zirka (um/ungefähr) und dies (Tag) handelt es sich dabei um eine Periode von etwa 24 Stunden, die Einfluss auf die verschiedenen Funktionen des Organismus hat. Entstanden ist der zirkadiane Rhythmus durch Anpassungsprozesse der Lebewesen auf die wichtigste und am regelmäßigsten auftretende Veränderung unserer Umwelt – das Aufgehen und Untergehen der Sonne und die damit verbundene Dauer von Tageslicht. Auch wenn man dem Menschen das Tageslicht über längere Zeit völlig wegnimmt, sagt ihm seine innere Uhr in etwa, wann er schlafen muss. „In etwa“ zeigt schon an, dass diese Uhr nicht exakt ist, sondern immer nachjustiert wird. Das geschieht durch den Kontakt mit den sich verändernden Umweltreizen, vor allem dem Tageslicht. Aber auch die Temperatur, die Aufnahme von Nahrung, körperliche Bewegung und die Regelmäßigkeit in den sozialen Kontakten (etwa immer um 19 Uhr gemeinsam abendessen) justieren unsere innere Uhr nach. Das erklärt, warum man in einem abgedunkelten Raum leichter einschlafen kann. Ein heißes Bad hilft ebenfalls, später gut einzuschlafen, weil es Blut in die Gliedmaßen bringt und sie aufwärmt, während sich der Körperkern abkühlen kann. Warme Hände und Füße sowie ein kühler Körperkern sind Voraussetzungen für guten Schlaf.

Rhythmen sollte man generell nicht unterschätzen. Jedes Organ folgt seinem eigenen Rhythmus und alle sind aufeinander abgestimmt mit dem Herzen als Dirigenten. Die nächtliche Abstimmung der Rhythmen im Schlaf ist auch die Voraussetzung für gesunde Zellneubildung. Gehen Rhythmen verloren, kann das nicht nur zu Schlaflosigkeit, sondern auch zu Krebs führen.“

Ursachen für Schlaflosigkeit

Schlaflosigkeit hingegen ist ein Übel mit vielen Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit. Chronobiologen (Rhythmenforscher) setzen sie in Bezug zu Depressionen, Fettleibigkeit, Stoffwechselstörungen wie Diabetes Typ II, Herz-, Kreislauf- und Verdauungsstörungen. Wirklich ermessen, was Schlaflosigkeit bedeutet, kann erst, wer darunter leidet. Laut WHO befinden wir uns sogar in einer Epidemie der Schlaflosigkeit. Schuld sind Dauerstress durch geistig-seelische Anspannungen, aber auch durch unnatürliche, d. h. nicht harmonische Strahlungen ausgehend von WLAN, Handys, Handymasten, aber auch durch Elektrosmog, den der normale Hausstrom in Kopfnähe des Bettes verursacht sowie durch geopathogene Störzonen wie Wasseradern oder Erdverwerfungen. Auch zu viel Licht an sich, vor allem in den Städten, und langes Aufbleiben abends nach vielen Stunden Fernsehen oder Surfen im Internet rauben uns den Schlaf. Das Blaulicht dieser Geräte hemmt die Melatoninausschüttung und ohne das Schlafhormon Melatonin ist Schlaf nun einmal nicht möglich. Die so beliebten modernen LED-Lampen – als Nachttischlampen denkbar ungeeignet – hemmen Melatonin fünfmal stärker als Glühbirnen und können Schlafstörungen auslösen, da sie mit ihrem größeren Blaulichtanteil dem aktivierenden Licht der Mittagssonne entsprechen.

  Ursachen für Schlaflosigkeit

  • Stress
  • Schmerzen
  • Depressionen
  • Ungelöste Probleme
  • Nacht- bzw. Schichtarbeit
  • Lärm oder Licht
  • Blaulicht, Bildschirmarbeit oder langes Fernsehen
  •  Alkohol, Kaffee, 
  •  schwarzer oder grüner Tee 
  •  Zu spätes, zu schweres Nachtmahl
  •  Atemaussetzer durch Schnarchen (Apnoe)
  •  Einnahme von Medikamenten
  •  Zu kalter oder zu warmer Raum 
  •  Strahlenbelasteter Schlafplatz
  •  Nächtlicher Harndrang  (Blase oder Prostata)

Krebs durch moderne Straßenbeleuchtung?

Eine spanische Studie zeigte, dass in Gegenden mit der höchsten Blaulichtstrahlung im Außenbereich das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um 50 Prozent erhöht war, wenn Frauen aus Wohngebieten mit dem geringsten Blaulichtanteil zum Vergleich herangezogen wurden. Sogar die Deutsche Ärztezeitung befasste sich mit dem Thema und sieht die EU-Verordnung, die vorschreibt, dass immer mehr gelb-orange leuchtende Straßenlampen durch LED-Lampen ausgetauscht werden müssen, kritisch. Die alten Natriumdampflampen gaben jedenfalls keine Emissionen im kurzwelligen Spektralbereich ab. Man weiß auch aus Studien, dass ein niedriger Melatoninspiegel, etwa ausgelöst durch zu viel Blaulicht, Prostata- und Brustkrebs begünstigt, während hohe Melatoninspiegel eher davor schützen.


Wer viel schläft, wirkt sympathischer und vitaler

Wer ausgeschlafen ist, regt sich nicht so schnell auf, ist ausgeglichener und wirkt positiver auf andere. Eine Untersuchung zum Schlafverhalten von Vorgesetzten zeigte, dass jemand, der gut und ausgiebig geschlafen hat, von den Mitarbeitern als sympathischer eingestuft wurde und damit sogar für mehr Engagement bei der Arbeit sorgte. Das Interesse und die Produktivität von Mitarbeitern waren größer. Der Vorgesetzte wirkte für sie charismatischer und motivierender.

Wer weniger schläft, altert schneller

Durch seine ausgleichende Wirkung auf hormonelle Systeme hat die Menge an Schlafstunden, die wir jede Nacht bekommen, großen Einfluss darauf, wie alt sich unser Körper fühlt. Eine neuere Studie zeigt, dass Männer, die eine Woche lang die Dauer ihres nächtlichen Schlafes auf fünf Stunden reduzieren, Testosteronwerte von zehn bis 15 Jahre älteren Männern annehmen. Niedrige Testosteronwerte bei Männern stehen in Verbindung mit Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Besonders Sportler sollten sich den Auswirkungen von zu wenig Schlaf auf ihren Testosteronspiegel bewusst sein, da das Hormon eine essenzielle Rolle für Muskelaufbau und Knochendichte spielt. 

   Wie kann man seinen Schlaf verbessern?

Lichtreduktion – Festbeleuchtung ist abends nicht angesagt. Je kleiner die Lichtquellen, etwa nur eine Tischlampe, desto besser die Melatoninbildung.

Blaulichtreduktion – Moderne Bildschirme haben oft schon einen Blaulichtfilter eingebaut. Alternativ gibt es Brillen, die Blaulicht absorbieren. Dennoch sollte man bei Schlafproblemen lieber zu einem Buch greifen statt etwa lange fernzusehen.

Kein Sport – Sport ist zwar einerseits günstig, um Aminosäuren aus der Nahrung zu verbrauchen und damit Tryptophan, die Aminosäure, die als einzige nicht beim Sport verwendet wird, die Gelegenheit zu geben, endlich ins Gehirn zu gelangen. Manche werden durch Sport allerdings zu stark aktiviert und können dann erst recht nicht schlafen.

Kein Strom – Sämtliche elektrische Geräte gehören aus dem Schlafzimmer verbannt. Speziell Radiowecker und auf Stand-by geschaltete Fernseher können den Schlaf rauben.

Kein Alkohol – Der „Schlummertrunk“ ist ein Mythos. Alkoholkonsum sorgt dafür, dass man nur in einen leichten Schlaf fällt.

Schlafrhythmen einhalten – Man sollte regelmäßig zur selben Zeit schlafen gehen. Nickerchen nach 15 Uhr sind ungünstig.

Warmes Bad – Warme Hände und Füße sowie eine leichte Abkühlung des Körperkerns, wenn man aus dem Bad steigt, fördern den Schlaf.

Zimmertemperatur – Es sollte nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt sein. Jüngere fühlen sich bei 16° C bis 18° C am wohlsten, für Ältere dürfen es auch 20° C sein.

Schlaf fördert die Merkfähigkeit

Auch wenn die Geheimnisse des Schlafes und seiner regenerativen Fähigkeiten noch nicht vollends gelüftet sind, so viel ist sicher: Wer gut schläft, kann sich auch besser erinnern. Während wir schlafen, finden Vernetzungen im Gehirn statt, und als Resultat verfestigen sich unsere Erinnerungen. Dabei geht das Gehirn nicht wahllos vor, denn es bestimmt genau, welche Eindrücke des Tages als relevante Erinnerungen abgespeichert und welche als überflüssige Information aussortiert werden sollen. Auf diese Weise kann der Schlaf als eine Art Säuberungs- und Optimierungssoftware des Gedächtnisses verstanden werden, die das Gehirn bei der optimalen Verteilung des verfügbaren Speicherplatzes unterstützt. Und nicht nur das. Wer den Schlaf und seine Kraft kennt, kann ihn auch gezielt dazu nutzen, die eigenen Lern- und Trainingsprozesse erheblich zu beschleunigen. Das Prinzip ist ganz einfach: Was vor dem Einschlafen geübt und wiederholt wird, bleibt besonders gut im Gedächtnis. Der Musiker merkt beispielsweise, dass er ein neues Stück nach dem abendlichen Einüben am nächsten Morgen flüssiger spielen kann als während des abendlichen Übens. Die Schülerin, die für ihre Prüfung lange Vokabellisten pauken muss, kann gerade die Vokabeln, die sie unmittelbar vor dem Einschlafen geübt hat, am nächsten Tag besonders gut auswendig. Warum ist das eigentlich so? Was geschieht in der Zeit zwischen Einschlafen und Aufwachen? Ein Experiment mit Ratten liefert den Ansatz einer Erklärung: Man untersuchte die Gehirnaktivität von schlafenden Ratten, die zuvor stundenlang durch die Gänge eines Labyrinths gelaufen sind. Dabei stellte man fest, dass bei den schlafenden Ratten dieselben charakteristischen Gehirnzellensignale beobachtet werden können, die auch während der Übungsläufe im Labyrinth festzustellen waren. Das lässt darauf schließen, dass das Gehirn trotz des Schlafzustandes weiter dieselben Aufgaben bearbeitet, die es auch im Wachzustand zu lösen versucht hat. Besonders in Bereichen, wo komplexe Bewegungsabläufe gelernt und wiederholt werden müssen, wie beim Tanz, Kunstschwimmen oder Kampfsport, kommt dieser Effekt besonders zum Tragen. Schlaf füllt hier die Lücken zwischen den Gedächtnisinhalten und sorgt dafür, dass neu Gelerntes gut in bereits Bestehendes integriert werden kann.

Andererseits wird dadurch auch verständlich, warum guter Schlaf vor dem Verlust der Merkfähigkeit, vor Alzheimer, schützt.

Kreativer im Schlaf?

Der Ausspruch „eine Nacht darüber schlafen“ kommt nicht von ungefähr und lässt sich in fast allen Sprachen wiederfinden. Wer kennt das nicht: Man hat vor dem Einschlafen ein Problem – und wacht morgens mit der Lösung auf! Das kommt daher, dass das emotionale Verständnis und die Kreativität durch den Schlaf gestärkt werden. Auch viele große Erfindungen wurden im Schlaf gemacht.

Naturmittel für besseren Schlaf

Reishi – GABA (das ist die Abkürzung für Gamma-Aminobuttersäure) gilt als wichtigster entspannender Neurotransmitter im zentralen Nervensystem und zählt somit zu den natürlichen Anti-Stress-Mitteln. Der Reishi-Vitalpilz, den die taoistischen Mönche für mehr Ruhe zur Meditation anwenden, regt die Bildung von GABA an. Dadurch entspannen die Nerven leichter und man entkommt dem Dauerstress, der häufig zu Schlaflosigkeit führt. Wer gelassen ist, schläft einfach viel besser. Aber nicht nur das. In Zeiten massiver Angst vor Viren sind gerade die Wirkungen von GABA auf das Immunsystem interessant. GABA hemmt die Produktion von entzündlichen Botenstoffen und sorgt dafür, dass mehr T-Helferzellen für ein starkes Immunsystem produziert werden. Und noch etwas ist beachtlich: Häufig hilft der Reishi Männern bei Prostataproblemen mit nächtlichem Harndrang. Man nimmt ihn am besten vor dem Schlafengehen ein.

Vitamin-B-Komplex aus Quinoa – B-Vitamine werden besonders gut aufgenommen, wenn alle acht B-Vitamine in einem Komplex eingenommen werden. Das für den Schlaf wichtigste B-Vitamin ist Vitamin B1, auch als „Nervenvitamin“ bezeichnet. Schon ein geringer Mangel kann für eine Reduktion der Serotoninkonzentration und damit auch von Melatonin verantwortlich sein, zu Depressionen sowie Schlaflosigkeit führen. Vitamin B6 ist nicht nur wichtig, damit man sich an seine Träume erinnern kann, es hilft auch bei der Umwandlung von L-Tryptophan in Serotonin und Melatonin. Unbedingt bedenken: Unter Stress verbraucht man mehr B-Vitamine!

Vitamin D – Dass das Sonnenvitamin D auch für besseren Schlaf sorgt, ist noch wenig bekannt. Untersuchungen zeigten, dass man bei einer guten Versorgung schneller einschläft, länger schläft und sich am nächsten Tag leistungsfähiger fühlt. 

Eisen – Eisenmangel kann nicht nur zu ständiger Müdigkeit und Leistungsschwäche führen, sondern auch zu Schlafstörungen. Eisen-Chelat ist eine besonders gut aufnehmbare und verträgliche Form von Eisen.

Magnesium – Bei Magnesiummangel kann der Körper sich nicht entspannen. Eine Extraversorgung mit Magnesium verbessert die Schlafqualität, da die Ausschüttung von Stresshormonen gehemmt wird. Basenpulver Plus 100 % deckt den kompletten Tagesbedarf an Magnesium und weiteren Nährstoffen.

Rhodiola – Die Rhodiola rosea hebt die Serotoninbildung an und zählt wie der Cordyceps-Vitalpilz und das „Kraut der Unsterblichkeit“ Jiaogulan im Mix zu den sogenannten „Adaptogenen“. Das sind Naturmittel, die eine bessere Stressanpassung ermöglichen, die Ausschüttung von Stresshormonen reduzieren und dadurch die Nebennieren entlasten. Der Mix ist günstig bei allen Stressphasen wie Trennung, Trauer, Überlastung u.s.w. Typisch für Adaptogene ist auch, dass sie zwar munter machen und Energie schenken, jedoch den Schlafrhythmus verbessern und Schlaflose damit leichter ein- und durchschlafen. Allerdings sollte man Rhodiola aufgrund der anregenden Wirkung nicht später als mittags einnehmen.


Benjamin Alexander Ehrenberger, B. Sc.

Alter: 23 Jahre
Beruf: Masterstudium der klinischen Psychologie an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien

Umgeben von zahlreichen Tieren und Pflanzen im paradiesischen Garten unseres Elternhauses stellt die Natur seit jeher eine Quelle der Kraft, Inspiration und Weisheit für mich dar. Neben dieser Faszination für die Natur weckte die therapeutische Arbeit unseres Vaters schon früh mein Interesse für den Menschen und die mysteriösen Gesetzmäßigkeiten seiner innerpsychischen Welt. Nach dem Abschluss meiner Matura studierte ich zunächst Philosophie, wechselte dann jedoch ins Forschungsfeld der Psychologie, wo ich schließlich meinen Bachelor absolvierte. Im Rahmen meines Masterstudiums der klinischen Psychologie beschäftige ich mich weiterhin mit der spannenden Frage nach den Verbindungen zwischen den Rhythmen der Natur und dem menschlichen Seelenleben.

Hilfe aus der Natur

Melatonin
+ L-Tryptophan

Vitamin B-Komplex forte

Bei den oben genannten, themenbezogenen Produkt-Tipps handelt es sich um bezahlte Einschaltungen der Dr. Ehrenberger Synthese GmbH.

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