Aus der
Welt der
Träume

Träume begleiten uns jede Nacht und sind so selbstverständlich wie das Schlafen. Doch wie wichtig sind Träume überhaupt?

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Von Sarah Ehrenberger


Träume begleiten uns jede Nacht und sind so selbstverständlich wie das Schlafen. Doch wie wichtig sind Träume überhaupt? Warum träumen wir – und wollen uns Träume etwas mitteilen? Das fragten sich Traumdeuter zu allen Zeiten bis hin zu den großen Psychoanalytikern Freud und Jung. Die heutige Traumforschung geht jedoch noch in ganz andere Richtungen. Das luzide Träumen erlaubt sogar, den Traum ganz bewusst zu kontrollieren.


Wenn wir schlafen, träumen wir. Jedoch ist das nicht in jeder Schlafphase der Fall. Während des Schlafes werden wir von fünf Schlafphasen begleitet, die innerhalb von etwa eineinhalb Stunden ablaufen – vier NREM-Phasen (Non-REM) und eine REM-Phase. Die tatsächliche Traumphase ist die REM-Phase (REM steht für Rapid Eye Movement). Man sieht dabei, wie die Pupillen des Träumenden hinter den geschlossenen Augenlidern schnell hin- und herwandern. In der NREM-Phase träumen wir seltener. Da sich die fünf Schlafphasen ebenfalls in der Nacht gleich vier- bis sechsmal wiederholen, bringen wir es pro Nacht auf etwa vier bis sechs Traumphasen. 

Wer träumt, sieht mit geschlossenen Augen innere Bilder. Die Sinne sind aktiv, doch ihre Reizschwelle ist viel höher als im Wachzustand. Geräusche, Geschmäcker, Bedürfnisse (z. B. Harndrang) werden wahrgenommen und oft in den Traum eingebaut. Gehirnregionen, die für Gefühle zuständig sind, sind aktiver während des Traums als die Regionen, die für logisches Denken zuständig sind. 

Auch wenn wir uns an Träume nicht immer, manchmal sogar gar nicht erinnern können, scheinen sie extrem wichtig für die Psyche zu sein. Denn auf Schlafenzug reagiert man bereits nach 24 Stunden mit Halluzinationen – man erschafft sich dann sozusagen Ersatzträume und träumt gleichsam im Wachzustand.


Die Geschichte der Traumdeutung

Ein Blick in die Geschichte der Traumdeutung zeigt, dass die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Traum so alt ist wie die Menschheit selbst. Träume haben Bedeutung – die einen mehr, die anderen weniger. Schon die Bibel erzählt von besonderen Träumen, die beim Träumer immer zu sehr wichtigen Entscheidungen mit großer Tragweite führten. Manchmal sind Träume auch präkognitiv, sie sehen Ereignisse voraus. In früheren Zeiten verband man besondere Träume oft mit Göttlichem, Übersinnlichem und schenkte ihnen daher große Beachtung. 

Die Traumdeutung war sogar ein eigener Berufszweig in vielen Kulturen. Aber erst die moderne Wissenschaft zeigte, dass Träume nicht nur für Könige und religiöse Führer wichtig sind, sondern für jeden von uns. Hauptsächlich verarbeiten Träume das Tagesgeschehen und sind die Basis für psychische Gesundheit. Diese bahnbrechende Erkenntnis kann sich jeder zunutze machen, indem er auf seine Träume und auch auf seinen Schlaf – die Voraussetzung für das Träumen – achtet. Damit man sich an Träume erinnern kann, ist eine gute Versorgung mit Vitamin B6, dem „Erinnerungs-Vitamin“, notwendig.

Die Traumdeutung nach Freud und Jung

Lange Zeit dachte man, der Traum wäre nur ein Nebenprodukt des Schlafes. Heute räumt man ihm mehr Bedeutung ein. Sigmund Freud, der Begründer der modernen Psychoanalyse, bezeichnete den Traum als den „Wächter des Schlafes“, der dafür sorgt, dass die Regungen des Unbewussten uns im Schlaf nicht aufwecken. Es war die Zeit des Beginns der Psychoanalyse. Was der Einzelne träumte, begann wichtig zu werden. Aus Träumen, vor allem, wenn sie sich wiederholten, konnte man Botschaften der Seele erkennen und daraus psychologische Hilfestellungen ableiten. Freuds Forschungen waren jedoch sehr geprägt von seiner Zeit – eine Zeit mit strengen Moralvorstellungen und Sexualität als Tabuthema. Er sah wohl deshalb die Hauptursache für Träume in verdrängten Triebregungen, die nicht direkt erkennbar sind, sondern verschlüsselt auftreten. Carl Gustav Jung, ein weiterer Begründer der modernen Tiefenpsychologie, arbeitete jahrelang mit Freud zusammen, schlug dann jedoch eine andere Richtung ein. Jung stellte das individuelle Erleben im Traum in den Mittelpunkt. Der Traum erlaubt einen Blick in die Seele. Jedoch nicht nur in die eigene, sondern auch in das kollektive Unbewusste, das uns alle verbindet und sich symbolisch als sogenannte „Archetypen“ in Träumen zeigt. Beim archetypischen Traum tauchen „allgemeingültige Seelenbilder“ als gemeinsame Bildersprache aller Menschen oder von Stämmen aus dem Stammhirn auf. Das ist der Gehirnbereich, in dem die gesamte Stammes- und Menschheitsgeschichte gespeichert ist. Träume dieser Art wollen dem Träumenden nach Jung etwas grundsätzlich über seine Individualität Hinausgehendes mitteilen. Sie erscheinen als symbolische Bilder, als ein Thema, dessen Ursprung man nicht kennt, das aber jederzeit überall auf der Welt in Träumen auftauchen kann. Dazu gibt es ein berühmtes Beispiel: Ein Professor, der einen Traum nicht deuten konnte, suchte Jung auf und meinte, er würde verrückt werden. Doch Jung zeigte ihm ein vierhundert Jahre altes Buch, in dem ein Holzschnitt abgebildet war, der genau den Trauminhalt zeigte. Der Traum war ein archetypischer Traum. Beispiele für Archetypen sind etwa die Figur des Helden, der weise alte Mann, das göttliche Kind oder die große Mutter.

Spannendes Forschungsgebiet: luzide Träume

Das luzide Träumen bildet den neuesten Zweig der modernen Traumforschung. Das Besondere beim luziden Traum oder auch Klartraum ist, dass man bei vollem Bewusstsein ist und die komplette Kontrolle über seinen Traum hat. Die sehr intensiven Erlebnisse fühlen sich wie die Realität an, die man mit allen Sinnen wahrnimmt. Klarträume entstehen durch ein besonderes Verhältnis zwischen aktiven und abgeschalteten Gehirnzentren und weisen eine deutlich höhere Leistung in bestimmten Hirnregionen auf als gewöhnliche Träume. Das Klarträumen muss man üben, dann ermöglicht es aber ein Abtauchen in eine Welt, die man selbst erschaffen hat und auch selbst kontrollieren kann. Einen normalen Traum kann man hingegen mit einem blassen, zweidimensionalen Kinofilm vergleichen, der einfach nur an einem vorbeizieht. Den Beweis für die Existenz des luziden Träumens lieferten Keith Hearne und Alan Worsley 1975, zwei Psychologen der englischen Universität Hull. Der Gedanke war, dass ein luzider Träumer es schaffen müsste, eine Mitteilung aus dem Schlaf durch Augenbewegungen zu schicken. Denn obwohl der ganze Körper während des Schlafs durch die Schlafparalyse gelähmt ist, sind es die Augen nicht. Um eine Botschaft aus dem Schlaf zu schicken, müsste der Schlafende also in der Lage sein, sich an die Abmachung zu erinnern und seine Augenmuskeln zu bewegen. Da Worsley selbst gelegentlich luzide Träume erlebte, willigte er ein, die Versuchsperson zu sein. Die beiden Forscher vereinbarten, dass Worsley seine Augen achtmal nach rechts und achtmal nach links bewegen sollte, wenn er wissen würde, dass er träumt. Ein Messgerät würde die Augenbewegungen aufzeichnen.

Am 12. April hatte Worsley schließlich einen Klartraum. Zum abgemachten Zeitpunkt hatte er die davor abgesprochene Abfolge der Augenbewegungen richtig durchgeführt! Erstmalig hatte sich ein Mensch im Schlaf mitgeteilt. Heutzutage können Wissenschaftler sogar Handlungen messen, die sich luzide Träumer nur vorstellen. Wissenschaftler ersuchten Probanden mit Klartraum-Erfahrung, sich im Klartraum einen Tennisball vorzustellen, diesen in die Hand zu nehmen und zusammenzudrücken. Ein Kernspintomograf maß währenddessen die Hirntätigkeit. Das Erstaunliche: Obwohl sich die Handlung nur in deren Träumen abspielte und sich die Hände der Versuchspersonen nicht bewegten, konnte der Kernspintomograf das Muster der Aktivität im Gehirn aufzeichnen, ganz so als würden sie den Ball tatsächlich mit Muskelkraft zusammendrücken.

Sarah Ehrenberger

Alter: 19 Jahre
Beruf: Studium der Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud, Privatuniversität Wien

Geprägt von unserem Elternhaus habe ich mich schon früh für einen natürlichen Lebensstil, gesunde Ernährung, Sport, Tiere und Natur interessiert. Meine vorwissenschaftliche Arbeit im Abschlussjahr des Gymnasiums habe ich über „Die Welt der Träume“ verfasst – ein Thema, das mich schon lange fasziniert. Vor allem das „luzide Träumen“ hat mein Interesse geweckt. Mein Studium verbindet mich mit meinem Vater, der den Blick in die Seele der Menschen geliebt hat.

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