Freude an
Bewegung

Aus Bewegung Kraft schöpfen. Und wie sie uns körperlich und geistig Energie gibt – gerade auch in schwierigen Zeiten.

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Von DGKP Lisa-Maria Ehrenberger-Pesserer

Wir leben in einer Welt der Bewegung, rhythmischer, tanzender und aufbauender    Bewegung. Ist dies zu Ende, ist das Leben zu Ende!

In Erinnerung und Wertschätzung an eine Vielfalt an Sport und Bewegungsmöglichkeiten, die wir mit unserem Vater erlebt haben, möchte ich verdeutlichen, wie wir aus Bewegung Kraft schöpfen und wie sie uns körperlich und geistig Energie gibt – gerade auch in schwierigen Zeiten. 

Körperliche Bewegung hat auf viele Organe nachweislich einen positiven Einfluss. Die Lungen werden besser durchlüftet, das Herz-Kreislauf-System wird trainiert und das Gehirn besser durchblutet. Zusätzlich wird der ganze Körper mit Energie geladen. 

Für meinen Vater war „Freude an Bewegung“ der wichtigste Faktor. Bei seiner Teilnahme an unzähligen Marathonläufen ging es ihm nicht darum, Spitzenleistungen zu vollbringen, sondern darum, sich regelmäßig zu bewegen und dabei wie ein kleines Kind Freude zu empfinden. 

Für Kinder ist es nämlich kein Problem, sich tagtäglich zu bewegen, sie brauchen dabei keine Sportuhr, die sie daran erinnert, eine bestimmte Anzahl an Trainingsminuten oder eine bestimmte Schrittfrequenz zu erreichen. Sie trainieren nicht wie Erwachsene zu bestimmten Zeiten. Sie spielen und laufen, haben Spaß und lachen dabei. Anstrengung wird dabei gar nicht wahrgenommen.

Mit dem Eintritt in die Schule wird Kindern leider oft genau diese „Bewegungslust“ genommen. Der zu knapp berechnete Sportunterricht reicht definitiv nicht, um dem Bewegungsdrang gerecht zu werden. Dabei zeigen viele Studien, welche positiven Auswirkungen Bewegung auf die Leistung unseres Gehirns hat und wie wir damit besser lernen können. Im Jahr 2010 wurden mittels Magnetresonanztomografie (MRT) Strukturen des Gehirns von Kindern untersucht. Dabei zeigte sich, dass sportliche Kinder einen größeren Hippocampus aufwiesen als Kinder, die sich weniger bewegen. Zusätzlich wurden Gedächtnistests durchgeführt und auch da zeigte sich ein deutlicher Unterschied in den Gedächtnisleistungen. 

Wir sollten also nicht weiter daran festhalten, dass Kinder in der Schule ruhig sitzen müssen, damit sich ihr Geist konzentrieren kann, vielmehr sollte uns bewusst sein, dass Körper und Geist eine Einheit bilden und nur in einem bewegten Körper auch ein bewegter und frischer Geist wohnt. Das gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche, die gleiche Wirkung erzielt Bewegung natürlich auch bei Erwachsenen. Gerade in der heutigen Zeit verbringen wir unsere Zeit viel zu viel im Sitzen. Jegliche Bewegung wird dann oft als Anstrengung empfunden. Unser „Bewegungsapparat“ wird zum „Sitzapparat“ und die am Abend auf uns wartende Couch wirkt sehr verlockend. Dabei können uns Sport und Bewegung in ein regelrechtes Gefühlshoch manövrieren. Als mein bester Freund sich langsam dem Sport, in seinem Fall dem Laufen, annäherte, erzählte er mir, dass er sich dadurch motivieren könne, indem er an das Gefühl danach denke und wie stolz er jedes Mal auf sich sei, dass er es geschafft hätte! Und auch der Abend auf der Couch nach der Bewegung fühle sich wesentlicher besser an. 

Vorbeugen ist besser als heilen!”

Bei sportlicher Bewegung jeglicher Art sind wir jedoch auch vor Verletzungen nicht gefeit, um diesen vorzubeugen ist eine umfassende Beweglichkeit der Muskulatur sehr wichtig. Unser Bewegungsapparat besteht aus verschiedenen Komponenten. Es gibt passive Strukturen, wie die Knochen mit den von Knorpeln überzogenen Gelenksflächen, und auch aktive, die Muskeln und Sehnen, die mit unseren Knochen verbunden sind.

Wird unser Körper zu einem „Passivapparat“, leidet nicht nur unser Herz-Kreislauf-System, sondern auch Muskeln und Gelenke werden in Mitleidenschaft gezogen. Gelenksprobleme entstehen meist durch eine verkürzte Muskulatur. Werden Muskeln nicht gedehnt, verkürzen sie sich. Durch diese Verkürzung wird verstärkter Druck auf den Gelenksknorpel aufgebaut und die Knorpelschicht am Gelenk wird reduziert. Damit startet ein Kreislauf, der Entzündungen und damit Schmerzen an Sehnen und Schleimbeuteln hervorruft. Daraufhin nehmen wir Schonhaltungen ein und fördern damit weitere Gelenksbeschwerden. Um diesen Kreislauf erst gar nicht in Gang zu setzen, ist es wichtig, unsere Muskulatur regelmäßig zu dehnen. 

Verletzungen können trotzdem entstehen

Natürlich können auch akute Verletzungen, trotz optimaler Vorbereitung, unsere Bewegung beeinflussen. Nach einer Sportverletzung kann diese in zwei Phasen unterteilt werden. Die erste Phase kann von einigen Tagen bis hin zu Monaten dauern, je nach Art der Verletzung. Bereits in den ersten ein bis zwei Wochen kann z. B. ein immobiles Bein einen Muskelverlust von 150–400 g aufweisen. Dies geht in weiterer Folge mit weniger Bewegung und Einschränkung der Muskelfunktion einher. Daher sollte, wenn möglich, bereits ein Minimum an Bewegungstherapie schon in der ersten Phase der Therapie angestrebt werden. So können z. B. die Arme nach einem Beinbruch locker trainiert werden. Steht jedoch bei sehr schweren Verletzungen die körperliche Schonung im Vordergrund, ist es umso wichtiger, einen größeren Fokus auf die Ernährung und Heilmittel zu legen. 

Zusätzlich wirkt sich der hormonell bedingte sowie inflammatorische Stress auf den Muskelabbau aus, dadurch verlieren wir ca. 0,5 % Muskelmasse täglich. Die Inflammation kann von einigen Stunden bis zu einigen Tagen dauern, abhängig vom Grad der Verletzung. Ein schlechter Ernährungszustand, besonders ein Defizit an Energie, Nährstoffen und Proteinen kann diese Entzündung verstärken. 

In der zweiten Phase der Therapie liegt das Hauptaugenmerk auf der Wiedergewinnung der Mobilität und Rehabilitation – und Geduld, denn trotz intensiven Trainings dauert der Muskelaufbau wesentlich länger als der Muskelverlust. 

Heilung von innen und von außen!

Um diesen Prozess so gut wie möglich zu unterstützen, kann uns eine ausgewogene Ernährung für eine rasche und vollständige Genesung helfen. Bereits vor den Verletzungen profitiert der Körper von einer guten nutritiven Ausgangssituation, das heißt, er benötigt ausreichende Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen sowie eine entsprechende Flüssigkeitsaufnahme. Zusätzlich kann uns, wie so oft, die Natur dabei helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Wie zum Beispiel unsere Heilpflanze des Jahres: Curcuma. Sie haben schon viel über diese Pflanze im Beitrag auf Seite 10 erfahren. Sie hilft unserem Körper, aktivitätsbedingte Entzündungen, Schmerzen und Muskelschäden zu reduzieren. Durch die Interaktion mit dem Entzündungsgeschehen im Körper kann der Wirkstoff des Kurkumins zusätzlich zu einer schnelleren Regeneration führen.

MSM (Methylsulfonylmethan) besitzt ebenso heilende Eigenschaften. MSM ist eine organische Schwefelverbindung, die ursprünglich aus Algen des Meeres stammt. Sie wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern hat auch eine schmerzstillende Wirkung. Denn das entzündete Areal schwillt schneller ab und kann daher besser versorgt werden. Rötungen, Schmerzen und Hitzegefühle gehen schneller zurück, die Muskulatur wird entkrampft und die Wirkung von körpereigenen und entzündungshemmenden Hormonen wird verbessert. MSM kann daher auch vor geplanten Operationen eingenommen werden, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. 

Salben, Wickel und Auflagen können ebenso von außen den Heilungsprozess beschleunigen. Der typische Topfenwickel begleitet die meisten von uns schon seit ihrer Kindheit. Egal ob bei Sonnenbränden, Verstauchungen, Schwellungen und Verletzungen: Topfen auf ein Geschirrtuch zu streichen und auf das betroffene Areal zu legen, wird als kühlend und schmerzstillend empfunden. Ebenso wie Menthol, das sich in Sportsalben wiederfindet. Es kommt bei Prellungen, Verstauchungen und Verspannungen zum Einsatz und kann erste Schmerzen lindern.


Unterschiede gibt es bei akuten und chronischen Erkrankungen. Bei einer akuten fieberhaften Erkrankung ist immer eine Trainingspause erforderlich. Bei einer chronischen Erkrankung können Bewegung und Ausdauertraining in die Therapie miteinbezogen werden. Dies sollte immer in Absprache mit einem Arzt geschehen. Ich denke jedoch, dass sich positive Ergebnisse relativ schnell erkennen lassen. 

Bewegung im Allgemeinen kann uns dabei helfen, mit den Problemen des Alltags leichter fertig zu werden und die Gesundheit zu bewahren. 

Um das Herz und den Kreislauf zu trainieren, führt an einem richtig ausgeführten Ausdauertraining kein Weg vorbei. Schwimmen, laufen, Rad fahren, rudern … sind dabei wunderbare Möglichkeiten. 

Einige Punkte sind dabei zu beachten: 

  • Trainieren Sie im eigenen idealen Leistungsbereich. Für manche Menschen reicht es schon aus, schnell zu gehen, andere wiederum müssen effektiv trainieren und relativ schnell laufen. Hören Sie dabei auf Ihren Körper und achten Sie auf eine angemessene Pulsfrequenz. Ist diese zu hoch, nehmen Sie zu wenig Sauerstoff auf und es besteht Gefahr, dass Ihr Körper übersäuert. Ist die Pulsfrequenz nicht hoch genug, bleibt der gewünschte Trainingseffekt aus.
  • Lassen Sie kein Training aus, damit spürbare Effekte erzielt werden können. Aktive Bewegung einmal im Monat reicht nicht. Konsequentes Ausdauertraining sollte bis zu dreimal in der Woche stattfinden.
  • Vergessen Sie nicht, sich aufzuwärmen! Richtige Dehnungsübungen vor und auch nach dem Training beugen Sportverletzungen vor. 
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung vor dem Training! Ein voller Bauch macht müde, weil für die Verdauung Ihr Parasympathikus aktiviert wird, damit lässt es sich nicht gut trainieren. Probieren Sie mal ein Training auf nüchternen Magen. Sie werden sehen, danach schmeckt es umso besser.
  • Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr! Nach der Bewegung, in der der Körper viel an Flüssigkeit verloren hat, sollte ihm diese wieder zugeführt werden, um Krämpfe zu verhindern.

FREUDE 

Wie schon zu Beginn erwähnt, bleibt „Freude an der Bewegung“ der wichtigste Faktor. Durch körperliches Training werden Endorphine ausgeschüttet. Diese Glücksbotenstoffe helfen uns, dass wir uns glücklich und zufriedener fühlen. Auch Sie können Freude und Spaß beim Sport entdecken. Zugegeben, bei manchen kann dies etwas länger dauern. Manchmal braucht es auch eine gewisse Zeit, bis man die richtige Sportart für sich entdeckt hat. Ich bin mir jedoch sicher, dass für jeden von uns das Richtige dabei ist. Denken Sie daran, was Sie in Ihrer Kindheit gerne gemacht haben. Es fällt uns im ersten Schritt oft leichter, diese alten Bewegungsabläufe wieder hervorzurufen, als neue zu programmieren. Vor allem möchte ich Ihnen ans Herz legen, sich anfangs nicht zu überfordern! Probieren Sie einfach aus, was Ihnen Spaß macht, ohne Leistungsdruck. Das Leben hält eine Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten für uns bereit. Tanzen Sie durch Wälder, springen Sie auf Trampolinen, klettern Sie auf Berge oder schwimmen Sie nackt durch Gewässer. Hauptsache, Sie finden Ihren Bewegungs-Rhythmus! 

Hilfe aus der Natur

Cissus Extrakt

Bei den oben genannten, themenbezogenen Produkt-Tipps handelt es sich um bezahlte Einschaltungen der Dr. Ehrenberger Synthese GmbH.

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