Regenerieren
mit Reishi

Der glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum) zählt zu den wirkkräftigsten Vitalpilzen der Welt.

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Von Mag.a Ines Siegl


Der glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum) zählt zu den wirkkräftigsten Vitalpilzen der Welt. Seit Jahrzehnten wird er wissenschaftlich erforscht, seine Inhaltsstoffe und Wirkweisen entschlüsselt. Darum wissen wir heute auch, warum er bereits seit Jahrhunderten zur Immunstärkung geschätzt wird und als ausgleichendes und stärkendes Adaptogen gilt – für Herz-, Nerven- und Hormonsystem wie auch zur Regeneration von Schäden, die durch Rauchen entstanden sind.

Alles Leben auf der Erde gehört entweder zum Reich der Bakterien, zu den Ein- und Wenigzellern (Algen, Pantoffeltierchen), zu den Pflanzen, den Tieren oder zu den Pilzen. Dass die Pilze ein eigenständiges Reich bilden und nicht – wie noch vor einigen Jahrzehnten – zu den Pflanzen gezählt werden, liegt an ihrer heterotrophen Ernährung. „Heterotroph“ bedeutet „sich von anderen ernährend“ – diese Ernährungsweise haben Pilze mit den Tieren gemeinsam. Die Nahrung wird dabei aus bereits vorhandenen (belebten oder unbelebten) organischen Verbindungen gewonnen und funktioniert nicht (wie bei den Pflanzen) durch Luft und Licht. Pilze produzieren dazu Enzyme, die die Nährstoffe zur Absorption in der Zellmembran verfügbar machen (vgl. menschlicher Dünndarm). Diese Fähigkeit der Verstoffwechslung macht die Pilze zu bedeutenden Protagonisten im Bio-Masse-Kreislauf unseres Planeten. Der Pilzforscher (Mykologe) Paul Stamets schätzt sogar, dass 30 Prozent von gesundem Erdboden aus Pilzen bestehen (tot oder lebendig). 

Nahrung, Heilmittel, Droge 

Pilze haben ein netzartiges, hoch plastisches Myzelium, bestehend aus der Summe aller Hyphen (fadenförmige Zellen), die den Pilz aufbauen. In seiner Struktur ist das Myzelium vergleichbar mit dem Nervennetzwerk des Menschen oder dem Internet. Ähnlich ist auch die Funktion des Myzeliums, denn es eignet sich durch seine dichte Vernetzung, Ausbreitung und die unzähligen „Ausläufer“ oder „Spitzen“ zur großflächigen Datenanalyse und -übertragung. Diese Informationen der Pilze sind sehr wertvoll, geht es doch um die Zusammensetzung des umgebenden Erdreichs – um Nahrung, Wasser, Luft. Naheliegend, dass sich Pflanzen und Pilze seit ihrer evolutionären Trennung vor 615 Millionen Jahren symbiotisch weiterentwickelt haben – der Vorteil für Pflanzen durch das Pilznetzwerk ist groß. Die Myzel-Spitzen sind durch ihre hohe Plastizität sehr flexibel, haben die Fähigkeit, Enzyme zu regulieren, und sind spezialisiert auf das Dekodieren ihrer Umgebung. 

Insgesamt gibt es 5 Millionen verschiedene Arten von Pilzen, das sind die Hälfte aller Arten, die insgesamt auf unserem Planeten zu Hause sind. Ihre Bandbreite ist beeindruckend: Pilze können nahrhaft und gesund sein, sie können heilen, sie können töten und sie können den Konsumenten auf eine spirituelle Reise schicken. 23 Primaten sind bisher bekannt, die Pilze für einen dieser Zwecke nutzen. Der Mensch ist damit nur ein „Tier“ von vielen, das sich der vielseitigen Wirkweise der Pilze bedient. Heute intensiviert sich das Verhältnis zwischen Mensch und Pilz wieder zusehends, was der Forschung von Mykologen wie Paul Stamets genauso zu verdanken ist wie dem proportional steigenden wirtschaftlichen Interesse am Pilz als Nahrungsmittel und erneuerbaren Rohstoff (u. a. Pilzleder). Das Potenzial von Pilzen in der Medizin ist seit Entdeckung des Pinselschimmels Penicilline unumstritten. 

  Rezept: Stärkender Reishi-Latte

Zutaten (1 Portion): 
1 Tasse Milch nach Wahl, 1 TL Reishi-Pulver (2 Kapseln), ½ TL Maca (1 Kapsel), 1 TL Kakao-Pulver, ¼ TL Zimt, 1 Prise Salz, 1 EL Honig oder Süßungsmittel nach Wahl, optional 1 TL Kokosöl.

Zubereitung: 
Das Reishi-Pulver aus den Kapseln zur Milch geben und mit den weiteren Zutaten in einem Topf zum Köcheln bringen. Flüssigkeit in einen Standmixer geben, erst auf niedriger Stufe mixen, langsam höher drehen und auf der höchsten Stufe ca. 1 Minute mixen, bis der Reishi-Latte schaumig geschlagen ist. In eine Tasse gießen und heiß genießen.

Immunmodulierend und stärkend

In der Volksheilkunde spielen sogenannte Vitalpilze eine große Rolle, zu denen auch der Reishi zählt. Der „Glänzende Lackporling“, so der deutsche Name, gilt in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als „Pilz des langen Lebens“, soll das Immunsystem stärken, bei Allergien helfen und auch in der Krebsbegleitung eingesetzt werden. Ihm wird zugesagt, er fördere die Entgiftung und die Funktion sämtlicher Organe, ganz besonders Herz und Leber. Dieser Ruf machte den Pilz zum Thema zahlreicher Studien, die Inhaltsstoffe und Wirkweisen untersuchten. 

Dabei wurden Triterpene (sekundäre Pflanzenstoffe) gefunden, die im Zusammenhang mit der positiven Wirkung des Reishi auf Herz, Kreislauf und Gefäße gesehen werden. So soll der Pilz über 100 verschiedene Triterpene enthalten, die zuständig sind für die außergewöhnlich gute Anpassungsfähigkeit des Pilzes an den Organismus, sprich für die adaptogene Wirkung. Wir erinnern uns an die „Spitzen“ des Myzels mit ihrer Fähigkeit, die Umgebung zu dekodieren und Enzyme zu modulieren – es scheint, als täte der Reishi dasselbe auf seine Art für die menschliche Gesundheit. Ähnlich wie Kortison drosseln Triterpene die Histaminausschüttung und damit einhergehende Schwellungen, Reaktionen und Juckreiz. Bei Allergien zeigt sich Reishi daher als ganzheitlich stärkend und gilt als positiv für die Gesunderhaltung und Genesung.

Pilz für Raucher und Diabetiker

Neben den oben erwähnten Triterpenen enthält der Reishi auch Polysaccharide (Mehrfachzucker), die als immunstärkend gelten und besonders geschätzt werden, um das Immunsystem infolge von chronischen Erkrankungen aufzubauen. Begleitend zu Chemotherapien sollen sie Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Übelkeit reduzieren. Positiv sollen sich sehr hohe Dosen Reishi auch bei der Nachbehandlung von Lungenkrebs, Gehirntumoren, Leber-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs auswirken. Unter den Polysacchariden des Reishi sind die Beta-Glucane besonders hervorzuheben, denen eine antitumorale und antientzündliche Wirkung zugeschrieben wird.

In der TCM ist Reishi als Leber-Tonikum geschätzt, er soll die Leber ganzheitlich stärken bei Hepatitis A, B und C, aber auch bei chronischer Umweltbelastung und Schäden durch das Rauchen. Von seinen entgiftenden Eigenschaften profitieren neben der Leber auch Lunge, Herz, Nieren und Milz.

Für Diabetiker und Raucher interessant sind die im Reishi enthaltenen Triterpene und ihre Wirkung auf Herz, Kreislauf und Gefäße. Denn seine blutdrucksenkende und thrombosevorbeugende Wirkung ergänzt sich den Studien zufolge mit blutzuckersenkenden Eigenschaften. Nachweislich wird die Sauerstoffaufnahme im Körper verbessert, was Regeneration und Ausdauer stärkt. 

Bei Grippe, Herpes und Allergien kommen die antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften des Reishi zum Tragen. Aber auch Rheuma, Morbus Crohn, Lupus erythematodes oder Sklerodermie konnten bereits erfolgreich mit Reishi behandelt werden.

Die Einsatzmöglichkeiten des Reishi sind wahrlich bemerkenswert – diese Aufzählung ließe sich noch weiterführen. Nicht verwunderlich, dass er in Asien auch als „göttlicher Pilz der Unsterblichkeit“ bezeichnet wird. 

Einsatzgebiete

  • stärkt das Immunsystem
  • hemmt Entzündungen
  • lindert Allergien, auch 
  • Nahrungsmittelallergien
  • unterstützt in der Krebsbegleitung
  • fördert die Entgiftung
  • stärkt sämtliche Organe, darunter Herz und Leber
  • erleichtert die Stressanpassung und schont dadurch die Nerven
  • fördert die Sauerstoffaufnahme und steigert so die Ausdauer

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