Nahrung
für die
Bandscheiben

Tagtäglich setzen wir uns mit dem Thema Ernährung auseinander: Was koche und esse ich heute? Was tut mir gut, was braucht mein Körper?

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Von DGKP Lisa-Maria Ehrenberger-Pesserer

Tagtäglich setzen wir uns mit dem Thema Ernährung auseinander: Was koche und esse ich heute? Was tut mir gut, was braucht mein Körper? Wir wissen, dass wir Nahrung brauchen, damit unser Körper funktionieren kann, denn alle unsere Zellen benötigen Nährstoffe. Genau diese Nährstoffe holt sich unser Körper aus der Nahrung in Form von Makro- und Mikronährstoffen. Wir brauchen diese Vitalstoffe, um überleben zu können. Doch welche konkreten Nährstoffe benötigen unsere Bandscheiben, Sehnen, Muskulatur etc.? Diese Antwort finden wir nicht nur in der Ernährung, wir sollten unsere Bandscheiben und Co. auch mit BEWEGUNG versorgen. 

Genau diese Bewegung fehlt den meisten in ihrem Alltag, vor allem in der jetzigen Zeit, in der Homeoffice großgeschrieben wird, sitzen wir tagtäglich vor unseren Computern. Der Arbeitsweg gestaltet sich kurz (vom Bett direkt vor den PC) und man muss nicht mal seine Wohnung oder sein Haus verlassen. Ebenso Schüler und Studenten verbringen ihre Zeit mit Homeschooling und der schon vernachlässigte Sportunterricht entfällt oft gänzlich.

 Wer kennt es daher nicht, wenn es im Rücken zwickt und zwackt, sich jede Bewegung schmerzhaft anfühlt und man nicht mehr weiß, wie man seinen Alltag bewältigen soll? Die Ergebnisse aus der Befragung zum Gesundheitszustand und zum Gesundheitsverhalten der Österreicher von Statistik Austria zeigte, dass sich die Wirbelsäule als gesundheitlicher „Problembereich“ Nummer eins erwiesen hat. Rund ein Drittel der Personen, die älter als 15 Jahre sind, also fast 2,3 Millionen Menschen, leidet unter Wirbelsäulenbeschwerden. Rund 1,5 Millionen Menschen hatten zwölf Monate vor der Befragung im Bereich der Wirbelsäule zumindest zeitweise erhebliche Schmerzen, eine Million litt akut daran. Weit weniger Österreicher zeigten Beschwerden wie Bluthochdruck, Allergien (einschließlich Asthma), Gelenkerkrankungen, Kopfschmerzen oder Migräne.

Anatomie und Funktion unserer Wirbelsäule

Durch ein Geflecht von Wirbelkörpern, Bändern, Bandscheiben und Muskeln ermöglicht uns die menschliche Wirbelsäule einen aufrechten Gang. Die Funktion der Wirbelsäule besteht darin, den Rumpf zu stabilisieren, eine aufrechte Körperhaltung und eine möglichst große Beweglichkeit zu gewährleisten. Zusätzlich bietet sie dem Rückenmark einen knöchernen Schutz vor Verletzungen. Die Wirbelsäule zeigt eine doppel-S-förmige Krümmung, dadurch können Stöße beim Gehen, Springen oder Fallen abgefangen werden. Die Brustwirbelsäule zeigt eine nach hinten gerichtete Wölbung, die Vorwölbung der Lendenwirbelsäule und die dabei entstehende Biegung gegen das Kreuzbein schaffen den Schwerpunkt des Körpers über den Füßen und ermöglichen somit eine stabile, aufrechte Haltung.

Die Wirbelsäule besteht aus 24 Wirbeln, davon sind sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und fünf Lendenwirbel, der Schluss wird gebildet durch das Kreuzbein und das Steißbein. Wirbel sind innen hohl und zusammen bilden sie einen ca. 45 Zentimeter langen Wirbelkanal, in dem gut geschützt das Rückenmark liegt. Jeder Wirbel ist durch Muskelgewebe und Gelenke mit dem Wirbel darüber und darunter verbunden. Das Muskelgewebe ist dafür verantwortlich, dass wir uns bewegen können. Unterstützt wird es dabei von Sehnen und Bändern. Wären diese nicht vorhanden, würde unsere Wirbelsäule die Belastung des Alltags nicht bestehen können.

Das Kissen für die Wirbelkörper

Zwischen den einzelnen Wirbeln liegen unsere Bandscheiben, die als Stoßdämpfer dienen. Die Bandscheibe besteht aus einem Faserring und verdichtet sich zu ihrer Mitte. Ihr Zentrum enthält mehr Flüssigkeit als der Faserring. Die Hülle der Bandscheibe ist mit der Knochenhaut darunter- und darüberliegender Wirbel verbunden, um ein Verrutschen der Bandscheiben zu verhindern. Die Bandscheiben sollen ruckartige Bewegungen abfangen und dienen daher als Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln, zusätzlich stabilisieren sie die Wirbelsäule und bewirken eine gleichmäßige Druckverteilung. Sie können sich die Bandscheiben wie ein elastisches Kissen für Ihre Wirbelkörper vorstellen, die sich je nach Bedarf, zum Beispiel bei Drehungen, verändern können. 

 Wird der oben beschriebene äußere Faserring spröde, sei es durch Abnutzungen oder in den meisten Fällen durch mangelnde Bewegung und Übergewicht, kann ein Riss entstehen. Dadurch tritt der geschützte Kern der Bandscheibe nach außen und drückt direkt auf einen Nerv.

Dies kann in der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule passieren. Wobei der Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule am häufigsten vorkommt. Je nachdem auf welchen Nerv die Bandscheibe nun drückt, strahlen die Schmerzen in Beine oder Arme aus, dies wird oft begleitet von Kribbeln (das Gefühl, wenn zum Beispiel der Fuß einschläft und es sich wie Ameisenlaufen anfühlt). In manchen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall zu neurologischen Ausfällen führen, wie etwa Schwäche oder komplette Lähmung einer Extremität, Blasen- und Darmentleerungsstörungen, oder auch zu einem Querschnittssyndrom.

Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich:

  • Schmerzen, die teilweise bis ins Bein oder den Fuß ausstrahlen
  • Kribbeln am Rücken, Gesäß oder Bein
  • Lähmungserscheinungen in Beinen oder Füßen

 

Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich:

  • Schmerzen und Sensibilitätsstörungen in der Schulter
  • Schmerzen in den Armen und in den Fingern
  • Schwäche der Fingermuskulatur


Bandscheibenvorfälle:
die häufigsten Faktoren

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Tun Sie was, dann tut sich was!

 „Wir haben keinen Ruheapparat, sondern einen Bewegungsapparat“ wird gleich zu Beginn in dem Buch „Die 7 Aigelsreiter“ erwähnt. Evolutionär gesehen ist unser Körper eindeutig nicht dafür gemacht, stundenlang zu sitzen oder zu ruhen. Betrachten wir die Zeit der Jäger und Sammler. In der damaligen Zeit wäre es gar nicht möglich gewesen, sich nicht zu bewegen. Die Menschen wären schlichtweg verhungert, wenn sie sich nicht bewegt hätten, um Wild zu jagen oder Beeren zu pflücken. Im Vergleich zur heutigen Zeit brauchen wir nicht allzu weit zu gehen, um Nahrung zu finden. Der Supermarkt befindet sich um die nächste Ecke, den Gang zum Kühlschrank lege ich in wenigen Sekunden zurück und ansonsten bleibt mir immer noch der Lieferservice, der mich mit Nahrung versorgen kann. Somit ist es schwierig, die Bewegung in unser Alltagsleben zu integrieren, und daher sollten wir uns bewusst sein, dass wir uns aktiv die Zeit nehmen müssen, damit unsere Wirbelsäule nicht verkümmert.

In meiner Arbeit als diplomierte Krankenschwester betreue ich tagtäglich junge und ältere Patienten, die seit Monaten, manche auch seit Jahren, mit ständigen Schmerzen leben. Natürlich verschwinden in den meisten Fällen nach einer Operation die permanenten Schmerzen, wird der Bewegungsapparat jedoch danach nicht aktiv trainiert und gefordert, sehe ich nicht allzu selten genau dieselben Patienten nach zwei bis drei Jahren wieder – mit einem erneuten Bandscheibenvorfall.


GOOD NEWS!

Nun aber zu den guten Neuigkeiten. Sie müssen sich keine Gedanken darüber machen, wie sie tagtäglich zwei Stunden Sport in ihr Leben integrieren. Denn schon kleine, kurze Übungen können eine große Wirkung erzielen und somit die Nährstoffversorgung unserer Bandscheiben wieder ankurbeln, damit wir unseren Körper bestens versorgen können.

Dehnen Sie Ihre verkürzten und kräftigen Sie Ihre geschwächten Muskelgruppen, bewegen Sie sich zusätzlich in natürlichen Bewegungsmustern.

Zumindest jede Stunde eine „echte“ Sitzpause kann den degenerativen Vorgängen eines sitzenden Lebensstils entgegenwirken. Eine echte Sitzpause bedeutet, dass das Herz-Kreislauf-System ein bisschen auf Touren kommen muss. 

Die Aktivität sollte also dementsprechend anstrengend sein. Was heißt das konkret? Beispielsweise bietet es sich an, eine Minute lang schnelle Kniebeugen zu machen. Je nach Fitnesszustand sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Als Faustregel gilt: Der Puls sollte über 125 Schläge pro Minute erreichen. 

  Spazieren gehen

Der Frühling nähert sich, die Temperaturen werden angenehmer und die Tage wieder heller. Nutzen Sie Ihre Zeit für einen aktiven Spaziergang zu zweit oder allein. Gehen und Laufen wird als die ureigenste und angeborene Fortbewegungsart beschrieben, das Kreislaufsystem sollte man dadurch intakt halten oder wieder in Schwung bringen.

  Wieder Lust auf Bewegung

Starten Sie mit kleinen Runden oder kurzen Übungen, überfordern Sie sich anfangs nicht zu sehr, damit fördern Sie nur Ihre Unlust und die Motivation schwindet. Vergessen Sie nicht Ihre Neujahrsvorsätze und versuchen Sie diese in kleinen Schritten zu erreichen.

  Trainingsgeräte

Sie brauchen kein Fitnessstudio oder bestimmte Trainingsgeräte zu Hause. Wir können unseren Körper als Trainingsgerät nutzen und durch Dehnungsübungen, aber auch Kräftigungsübungen Beschwerden lindern und vorbeugen.

 Setzen Sie sich fixe Termine

Treffen Sie Vereinbarungen mit sich selbst, wählen Sie fixe Tage, an denen Sie sich Zeit für Ihren Körper nehmen und sehen Sie dies als Termin, auch wenn er anfangs unangenehm erscheint – ziehen Sie ihn trotzdem durch.

  Unterschiedliche Haltung beim Arbeiten und im Homeoffice

Bei überwiegenden sitzenden Berufen oder im Homeoffice sollten Sie sich unterschiedliche Sitz- und Stehgelegenheiten anschaffen. Investieren Sie dabei in Ihre Gesundheit. Setzen Sie sich zwischendurch auf einen Gymnastikball oder arbeiten Sie zeitweise an einem Stehpult. Somit nehmen Sie nicht den ganzen Tag die gleiche Haltung ein und können variieren. 

DGKP Lisa-Maria Ehrenberger-Pesserer 

Die älteste Tochter von Dr. med. Michael Ehrenberger ist 28 Jahre alt, lebt in Graz und arbeitet als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin am LKH. Berufsbegleitend studiert sie Ernährung und Sport an der Donau-Universität Krems. „Als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeite ich täglich mit Menschen, die ihre Gesundheit selbst nicht mehr aufrechterhalten können. Für manche ist es ein sehr weiter Weg, aus dem Kranksein wieder herauszukommen. Die Prävention – auch in Form von Ernährung und Sport – liegt mir daher besonders am Herzen und ich hoffe, Sie mit meinem positiven Zugang zu begeistern.“

Hilfe aus der Natur

Cissus Extrakt

Bei den oben genannten, themenbezogenen Produkt-Tipps handelt es sich um bezahlte Einschaltungen der Dr. Ehrenberger Synthese GmbH.

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