Frühlings-Gefühle


Tribulus terrestris, das Erdsternchen, ist eines der bekanntesten natürlichen Potenzmittel.

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Von Mag.a Ines Siegl


Tribulus terrestris, das Erdsternchen, ist eines der bekanntesten natürlichen Potenzmittel. Es steigert sanft die Leistung und sorgt dafür, dass der Körper genauso willig ist wie der Geist – beim Sport, bei der Arbeit und auch im Schlafzimmer. Verantwortlich dafür sind unter anderem Phytohormone, die ihre verjüngende Wirkung dem ganzen Körper verleihen. 

Wenn Kraft und Ausdauer nachlassen, kann das viele Gründe haben, allen voran Lebenswandel und Alter. Diese Faktoren sind eng verbunden mit der An- und Abwesenheit von Hormonen, deren Produktion, Ausschüttung und Verteilung. Mit einem gesunden Lebenswandel lässt sich der Hormonspiegel zwar günstig beeinflussen, stoppen können wir den natürlichen Um- und Abbau aber nicht. Vielmehr gilt es auszugleichen, abzumildern und uns der Natur zu bedienen, die für jeden Zweck ein Kräutlein, einen Pilz, eine Wurzel, eine Frucht … bereithält. Wie Tribulus terrestris, das Erdsternchen, das in der TCM und Ayurveda seit Jahrhunderten bei einer Vielzahl von Beschwerden Einsatz findet, vor allem als natürliches Potenzmittel.

Fahrrad-Schlauch-Killer

Tribulus terrestris (griechisch: Stachelfrucht) ist auch bekannt unter den Namen Erdstachelnuss und Erd-Burzeldorn, heißt auf Englisch „goat head“ (Ziegenkopf) oder „puncture vine“ (puncture = durchstechen, vine = Ranke). Letzteren Namen trägt die dicht über dem Boden wachsende Pflanze wegen ihrer stachelbesetzten Früchte, die auch als Nüsschen bezeichnet werden. 5.000 Nüsschen kann ein einzelnes Exemplar hervorbringen – jedes davon mit dem Potenzial, einen Fahrradschlauch zu durchbohren … Die ursprüngliche Heimat des einjährigen Erdsternchens liegt in Südafrika, in Südeuropa, Indien und Australien. In Teilen der USA, Zentral- und Südamerikas zählt Tribulus terrestris mittlerweile als eingeschleppte Art, die aufgrund ihrer ungeheuren Anpassungsfähigkeit ungeheuer lästig werden kann. Auch weil Tribulus enorm schnell wächst: Wenn der Samen in den Nüsschen reif ist und sich verteilt, dauert es nur zwei bis drei Wochen, bis neue Pflanzen gewachsen sind, die wiederum ihre Samen zu verteilen beginnen. Zum Trost: Die Erdstachelnuss verbessert laut Heiltradition nicht nur die Sexualität, sie findet auch Einsatz gegen Übelkeit, Entzündungen aller Art, Hauterkrankungen, Herzschwäche und Harnsteine.

Pharmakologischer Überblick 

Heute, im Februar 2021, listet die Wissenschaftsdatenbank Pubmed weltweit über 450 Studien, in denen Tribulus terrestris untersucht wurde. Das bedeutet, es gibt verhältnismäßig viele Daten zur therapeutischen Anwendung aus Forschung in vitro (im Labor) und in vivo (an lebenden Tieren und Menschen):

  Adaptogen

Tribulus terrestris zählt zu den Adaptogenen, die bekannt sind für ihre ausgleichende und stärkende Wirkung auf Nerven und Immunsystem. Die körperlichen und psychischen Belastungen durch Stress können gemildert, sogar ausgeglichen werden.

   Diuretisch/harntreibend

Aufgrund der relativ großen Mengen enthaltener Nitrate, essentieller Öle und Potassium-Salze. Die diuretische Eigenschaft macht Tribulus terrestris nützlich als Blutdrucksenker.

  Aphrodisierend

Die Saponine Protodioscin und Protogracillin sind die zwei Hauptkomponenten, die für die aphrodisierende Wirkung von Tribulus terrestris verantwortlich sind. Sie stimulieren nicht nur nachweislich den Sexualtrieb, sondern auch die Produktion roter Blutkörperchen im Knochenmark, verbessern die Durchblutung wie auch den Sauerstoff-Transport.

  Antiurolitisch

Tribulus terrestris hemmt das Enzym Glycolat-Oxidase (GOX), das maßgeblich beteiligt ist an der Synthese von Harnkristallen und -steinen. Unterstützt wird dies durch Quercetin und Kaempferol. 

  Immunmodulierend

Saponine steigern die Phagozytose und stimulieren eine nicht spezifische Immunreaktion. Die Phagozytose ist ein wichtiger Teil der Antwort des zellulären Immunsystems, darunter versteht man das Einhüllen und Zerstören eindringender Mikroorganismen sowie das Abtransportieren abgestorbener Zellen.

  Antidiabetisch

Saponine des Tribulus terrestris bringen hypoglykämische Eigenschaften (blutzuckersenkend) mit sich und können als vorteilhaft in der Behandlung von Diabetes gesehen werden, da sie Blutzucker und Blutfette senken, und wirken darüber hinaus als Antioxidans.

  Hypolipidämisch (lipidsenkend)

Phenolverbindungen führen zu einer gesteigerten Lipoproteinlipase in den Muskeln sowie zu einer verminderten Aktivität im Fettgewebe – die Energie wird in den Muskeln verwertet, anstatt im Fettgewebe gespeichert zu werden. 

  Antidepressiv und angstlösend

Das enthaltene Alkaloid Harmin hemmt das Enzym Monoaminooxidase und hilft somit den Dopamin-Spiegel im Gehirn zu erhöhen. 

  Anticancerogen

Therapeutisch-klinischer Effekt auf Leber-Krebs-Zellen.

  Antibakteriell

Alle Pflanzenteile zeigen antibakterielle Eigenschaften gegenüber Enterococcus faecalis, Staphylococcus aureus, Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa.

  Fruchtbarkeitsfördernd

Das enthaltene Prohormon DHEA ist eine Vorstufe der Sexualhormone beider Geschlechter. Beim Mann stimuliert DHEA die Produktion von Testosteron und wirkt der Vergrößerung der Prostata entgegen, bei der Frau stimuliert es die Produktion von Estradiol und regt die Follikelbildung in den Eierstöcken an.

  Regenerierend

DHEA gilt auch als natürlicher Gegenspieler des Stresshormons Cortisol, weshalb ihm ein regenerierender und verjüngender Effekt auf den ganzen Organismus zugeschrieben wird. Im Sport soll Tribulus terrestris für mehr Muskelaufbau und Kraft sorgen und die Erholungszeiten nach Verletzungen verkürzen.

Ideal als Kur

Alle Teile der Pflanze können für medizinische Zwecke genutzt werden, der höchste Gehalt an Wirkstoffen befindet sich in den Früchten und Wurzeln. Zur therapeutischen Anwendung wird die Pflanze erst getrocknet, bevor sie als Tee, Tinktur oder in Kapselform eingenommen wird. Dabei liegt die empfohlene Einnahmemenge bei 500 bis 1.500 Milligramm pro Tag über einen Zeitraum von maximal drei Monaten. Zum Langzeitgebrauch ist Tribulus nicht empfohlen. Nach dreimonatiger Einnahme sollte daher eine Pause von mindestens sechs Wochen eingelegt werden, bevor wieder mit der Einnahme begonnen wird. 

Wichtig: Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen. Lassen Sie sich im Zweifel ausführlich beraten, bevor Sie Tribulus terrestris einnehmen. Abzuraten ist Tribulus terrestris für Kinder, Schwangere und Stillende. Auch Leistungssportler sollten Vorsicht walten lassen, da Tribulus mit seiner großen Menge an natürlichen Steroiden zu einer positiven Dopingprobe führen kann. 

Einsatzgebiete 

  • Durchblutungsstörungen
  • Blasenschwäche 
  • erektile Dysfunktion
  • Muskelaufbau
  • Regulierung des Blutdrucks
  • Hämorrhoiden
  • Regulierung von Blutfetten

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