Die Zucker-
erkrankung – raffiniert erklärt

Leg dich nicht mit Zucker an, denn er ist raffiniert.

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Von Patrick Ehrenberger, B.S.c.


Leg dich nicht mit Zucker an, denn er ist raffiniert. In der heutigen Zeit wird sehr schnell, manchmal auch zu schnell, von einer Pandemie gesprochen. Wir verstehen in der Medizin darunter Infektionserkrankungen, die sich über die ganze Welt ausbreiten. Es gibt aber auch andere Erkrankungen, die sich über die Welt ausbreiten, dazu gehört die Blutzuckererkrankung, vor allen Dingen Diabetes mellitus Typ II. In Österreich sterben jährlich circa dreimal so viele Menschen daran wie derzeit an Covid-19. Menschen, die an der Zuckerkrankheit leiden, sterben langsam. Herzinfarkte, Nierenversagen, Durchblutungsstörungen und Gehirnschläge können die Todesursachen sein – ihnen gehen oft bittere Jahre des Leidens voraus.

Während im Moment das Coronavirus unseren Alltag prägt und nachhaltig verändern wird, treten andere Erkrankungen scheinbar in den Hintergrund. Bislang hat sich noch kein Gesundheitsminister getraut, sich gegen den übermäßigen Konsum von Zucker auszusprechen. 

Zu stark ist die Lobby der Lebensmittelhersteller, aber auch der pharmazeutischen Industrie, die an den chronischen Krankheiten – die Zucker verursachen können – Milliarden verdient. Wir wollen daher etwas Licht in die ganze Sache bringen und physiologische Prozesse so einfach wie möglich erklären.

Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass zu viel Zucker der menschlichen Gesundheit schadet. Doch was passiert genau in unserem Körper, wenn wir zu viel und vor allem zu häufig Zucker konsumieren? Wo ist Zucker versteckt? Was kann ich tun, um weniger Zucker zu essen und wie kann ich den schädlichen Auswirkungen entgegenwirken?

Back to the roots!

Bevor wir uns diesen wichtigen Fragen widmen, ein kurzer Ausflug zu unseren Vorfahren. 

Die Kohlenhydrate, die die Jäger, Fischer und Sammler konsumierten, stammten hauptsächlich aus Wurzeln, Knollen und Wildbeeren. Diese Nährstoffe zeichnen sich durch eine niedrige glykämische Last und ihren zellulären Charakter aus. Zelluläre Kohlenhydrate sind in Cellulose (Ballaststoffe) verpackt und robust. Sie widerstehen Kälte, Hitze, Kochvorgängen und der Verdauung im Dünndarm. Dadurch gelangen diese Ballaststoffe bis weit in die Tiefe des Verdauungstraktes und werden erst im Dickdarm fermentiert, wo sie eine Nahrungsquelle für unser Mikrobiom (Darmbakterien) darstellen.

Heute sieht die Sache leider ganz anders aus. Die vielfältigen Kohlenhydrate (Zucker, Brot, Getreide, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Süßgetränke und Alkohol), die heutzutage einen großen Teil der menschlichen Ernährung ausmachen, besitzen eine hohe glykämische Last und sind azellulär (nicht in Cellulose verpackt). Da diese Kohlenhydrate nicht in Cellulose eingebunden sind, verläuft ihre Aufnahme viel schneller und sie gelangen nicht bis in die Tiefe des Verdauungstraktes.

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von Zucker sprechen?

Wenn wir von gewöhnlichem Haushaltszucker sprechen, dann reden wir von Saccharose, einem sogenannten Disaccharid. Als Disaccharid bezeichnet man ein aus zwei Monosacchariden bestehendes Molekül. Im Fall von Haushaltszucker sind das ein Molekül Glucose und ein Molekül Fructose.

Glucose

Glucose ist die wichtigste Energiequelle des Körpers und wird in Form von Glykogen zu einem Drittel in der Leber und zu zwei Drittel in der Muskulatur gespeichert. Das in der Leber gespeicherte Glykogen, auch Leberglykogen genannt, dient der Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels. Somit liefert es auch Energie an das Gehirn. Zudem wird das Leberglykogen benötigt, um die Körpertemperatur konstant zu halten.

Wird die Muskulatur beansprucht, werden die Glykogenspeicher in den Muskeln verbraucht. Das verbrauchte Glykogen der Muskeln wird allerdings nicht für die Blutzuckerregulation verwendet, sondern dient der Gewinnung von ATP (Adenosintriphosphat), das für Muskelarbeit benötigt wird und durch Glykolyse (Zuckeraufspaltung) gewonnen wird.

So weit so gut, doch in größeren Mengen verzehrt, führt Glucose leicht zu Glucosespitzen im Blut. Hohe Glucosespitzen müssen von der Bauchspeicheldrüse mit maximalen Insulinspitzen aufgefangen werden, um das Blutzuckergleichgewicht so schnell wie möglich wiederherzustellen. Wenn die Glucosemenge zu hoch ist, um von den Körperzellen vollständig aufgenommen zu werden, wird überschüssige Glucose in viszerales Fett umgewandelt und vor allem in der Leber und im Bauchraum gespeichert. 

Dies ist neben einem erhöhten Triglycerid- und LDL-Cholesterinspiegel eine der Hauptursachen für nichtalkoholische Fettleber (NAFLD: Non Alcoholic Fatty Liver Disease). Darüber hinaus droht aufgrund des hohen Insulinspiegels früher oder später eine Insulinresistenz. Eine Studie aus dem Jahr 2013 hat aufgezeigt, dass zuckerreiche Ernährung schon binnen 6 Wochen zu einer nichtalkoholischen Fettleber führen kann.

Brain Pull und Brain Push

Brain Pull – Die Einnahme von zu viel Glucose kann zu einem Switch von Brain Pull zu Brain Push führen. Um diesen Prozess verstehen zu können, müssen wir erkennen, wie Glucose im Körper transportiert wird.

Es gibt verschiedene Glucosetransporter, kurz GLUT. Die Versorgung des Gehirns regelt der GLUT1. Er ist insulinunabhängig, somit ist der Zuckertransport ins Hirn immer gewährleistet. Das Gehirn benötigt je nach Aktivität zwischen 150 und 180 Gramm Glucose am Tag. Wenn der Glucosespiegel im Gehirn sinkt, schickt es Signale an die Leber. Die Leber tut dann das, was sie am besten kann: Gluconeogenese, Zuckerneubildung.

Einfach erklärt: Die Leber stellt Energie zur Verfügung, indem sie aus unseren Fettreserven Zucker gewinnt, der dem Gehirn bereitgestellt wird. Das ist der sogenannte Brain Pull. Das ist die normale Physiologie!

Was passiert jetzt aber, wenn wir sechs oder mehrmals am Tag essen – „essen“ bedeutet alles, außer Wasser, Tee oder Kaffee (ohne Milch, ungezuckert!) – und dann auch noch zuckerreich?

Brain Push – Im Normalfall zieht das Gehirn bei Energiebedarf, wie oben beschrieben, die benötigte Glucose über GLUT1 an. Wenn die Energieversorgung durch das gleichmäßige Vorhandensein von Glucose konstant bleibt (zum Beispiel bei sechs Mahlzeiten pro Tag), nimmt die im Körper vorhandene Menge von GLUT1 ab, da sie nicht mehr benötigt werden. Use it or lose it!

Die hohen Glucosemengen, die sich bei diesem Szenario ständig im Blutkreislauf befinden, werden dann statt zum Gehirn zur Peripherie geleitet. Wenn alle Körperzellen mit Glucose gesättigt sind, wird Glucose als viszerales Fett gespeichert. Dies setzt sich so lange fort, bis im Gehirn ein Energiemangel auftritt und das Gehirn daraufhin mehr Nahrung anfordert. Dies tut es, indem es ein Hungersignal aussendet, um die Aufnahme von Nahrung zu stimulieren. 

Je mehr Glucose ständig im Blut vorhanden ist (Hyperglykämie), desto stärker verringert sich die Fähigkeit des Gehirns, Glucose anzuziehen, da die Menge des dazu benötigten GLUT1 im Körper immer weiter abnimmt. Daraus entsteht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Anwesenheit von Glucose im Blut, damit die geringe Menge des noch verbliebenen funktionsfähigen GLUT1 die Glucose zum Gehirn transportieren kann.

Dieser Verlust des Gehirns an „Zugkraft“ (pull) führt daher automatisch zu einer immer häufigeren Nahrungsaufnahme. An die Stelle der Zugkraft tritt immer stärker die Notwendigkeit des Drückens (push): Solange genügend Glucose im Blut vorhanden ist, wird sie automatisch in das Gehirn „gedrückt“. Obwohl dieser Mechanismus das Gehirn vor einem Energiemangel schützt, sollte klar sein, dass dies kein gesunder Mechanismus ist.

Es entsteht ein ständiges Hungergefühl, das vom Gehirn verursacht wird. Menschen, deren Brain Pull nicht mehr gut funktioniert, haben dann auch ständig das Gefühl, unterzuckert zu sein. Der empfundene Glucosemangel findet jedoch nicht im Blut, sondern im Gehirn statt. Wenn sie nicht essen, werden sie launisch, bekommen Kopfweh und können sich nicht gut konzentrieren. Dieser Prozess wird durch das übermäßige Vorhandensein von Fructose in unserer Nahrung noch weiter verstärkt. Das ist nicht mehr physiologisch!

Wir als Homo sapiens haben die Fähigkeit, sehr lange ohne Nahrung auszukommen. Werfen wir noch einmal einen Blick auf unsere Vorfahren. Stellen wir uns vor, wir sind Jäger, Fischer und Sammler, wir haben keinen Kühlschrank, den wir einfach aufmachen können, wenn wir Hunger haben. Wir müssen zuerst einmal etwas Essbares finden oder jagen. Um das tun zu können, sollten unser Körper und unser Gehirn gut funktionieren.

Es wäre fatal, wenn wir uns nicht konzentrieren könnten und keine Kraft hätten, wenn wir auf der Jagd sind. Wir würden bald vom Jäger zur Beute werden.

Ein normal funktionierender Organismus ist mit Hunger demnach sehr leistungsfähig. Zugegeben, ich spreche hier nicht von Wochen des Hungers, sondern von Stunden bis maximal drei Tagen. Mehrere Studien zeigen, dass die optimale Länge des Fastens 16 Stunden jeden Tag beträgt. Es darf auch einmal länger sein, doch nach drei Tagen kehren sich die positiven Aspekte des Fastens normalerweise um und wir verlieren vor allem Muskulatur und nicht Fett.

Insulinresistenz

Ein weiteres Problem ist, dass unsere Zellen durch ständiges zuckerreiches Essen insulinresistent werden.

Wie passiert das? – An unseren Zellmembranen sitzen unglaublich viele Rezeptoren. Unter anderem auch Insulinrezeptoren. Dockt ein Insulinmolekül an einem derartigen Rezeptor an, sorgt es dafür, dass GLUT4 an den Rand der Zelle gelangt. So kann Zucker in die Zelle aufgenommen werden. Im Gegensatz zu GLUT1 ist GLUT4 also insulinabhängig.

Diese Rezeptoren gehen im Laufe eines Zelllebens kaputt und werden wieder repariert. Doch wenn wir ständig Insulin im Blut haben, weil wir ständig essen, werden immer weniger dieser Rezeptoren neu gebildet.

Um es verständlicher zu machen, stellen wir uns eine alte Fernsehantenne vor. Wenn ich in der Nähe eines Sendemasts wohne, dann brauche ich nur eine kleine Antenne, da die Signalstärke groß ist. 

Wohne ich jedoch weiter von einem Mast entfernt, brauche ich eine große Antenne. So ähnlich funktioniert es auch in unserer Zelle, nur mit Anzahl und nicht Größe der Antennen. 

Wenn viel Insulin vorhanden ist, brauche ich nur wenige Rezeptoren, um das Signal wahrzunehmen. Somit werden, wie erwähnt, immer weniger neue Rezeptoren gebildet. Das führt so weit, dass unsere Zellen insulinresistent werden. Sie werden quasi taub. 

Unsere Bauchspeicheldrüse hört allerdings nicht auf, Insulin zu produzieren. Da die Zellen das Signal immer schlechter verstehen, muss immer mehr und mehr Insulin produziert werden. Dies führt zu einer generellen Insulinresistenz und das ist die Vorstufe zu Diabetes mellitus Typ II. Irgendwann quittiert unsere Bauchspeicheldrüse ihren Dienst.

Fructose

Werfen wir jetzt einen Blick zur Fructose, der gefährlichsten aller Zuckerarten! Moment mal, Fructose ist doch Fruchtzucker und Früchte sind doch sehr gesund, oder etwa nicht?

Ja, das stimmt, Obst ist sehr gesund und unglaublich wichtig für unseren Körper, doch isolierte Fructose (nicht an Faserstoffe gebunden) ist in der Evolution völlig unbekannt. Aber zuerst wieder zur Physiologie und zu einem Blick in die Vergangenheit.

Fructose hat einen sehr hohen kalorischen Wert und kann zu einer physiologischen Entzündung des Hypothalamus (eine Hormondrüse im Gehirn) und damit zur Unterdrückung des Sättigungsgefühls führen. Dies geschieht bereits bei Mahlzeiten, die zu zehn oder mehr Prozent aus Fructose bestehen. Der Hintergrund dieser Zusammenhänge ist, wie könnte es auch anders sein, evolutionär.

Wenn der seltene Fall eintrat, dass unseren menschlichen Vorfahren tatsächlich einmal ein Überschuss an Früchten und Honig zur Verfügung stand, brachte unersättlicher Heißhunger einen Überlebensvorteil mit sich. So konnte sehr viel Fructose verzehrt und in Fettsäuren umgewandelt werden. Das stellte sicher, dass in Zeiten des Nahrungsüberflusses Reserven für Zeiten des Mangels angelegt wurden. Dieser Mechanismus ist bis auf den heutigen Tag unverändert wirksam. Angesichts des heutigen Überangebots an Nahrung ist diese evolutionär logische Anpassung jedoch zu einer gefährlichen und sogar tödlichen Falle geworden.

Das Sättigungsgefühl wird durch den Fructoseüberschuss ständig unterdrückt, sodass man dauernd das Verlangen nach Essen verspürt. Hierdurch wird das normale physiologisch sinnvolle Wechselspiel von Hunger und Sättigung gestört, was zu Überernährung führen kann. 

Wo ist denn jetzt überall Fructose enthalten und in welcher Form darf ich sie essen? Letzteres vielleicht zuerst.

Gemüse, Obst und Honig – Wie schon erwähnt ist Fructose in Form von Gemüse und Obst unbedenklich, da der Zucker hier an Ballaststoffe und Bioflavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) gebunden ist. Wenn ich Gewicht verlieren will, sollte ich trotzdem mehr Gemüse als Obst zu mir nehmen!

Den Konsum von reinen Fruchtsmoothies und Obstsäften kann man allerdings nicht so ohne Weiteres empfehlen. Hier werden die Faserstoffe zumeist gefiltert. Außerdem ist die verhältnismäßige Menge an konsumiertem Obst zu hoch. Also: Früchte lieber essen als trinken! Auch die im Honig enthaltene Fructose ist unbedenklich. Auch hier wieder aufgrund der Ballaststoffe und weiterer sehr heilsamer Inhaltsstoffe des Honigs. Um alle positiven Auswirkungen des Honigs zu erklären, bedarf es eines eigenen Artikels.

Doch auch beim Honig gibt es ein paar Dinge zu beachten. Das meiste, was uns im Supermarkt als Honig verkauft wird, hat mit dem gesunden Naturprodukt leider nichts zu tun. Meist ist er hocherhitzt, filtriert und mit Fructose-Glucose-Sirup gestreckt. Also bitte immer auf die Qualität des Honigs achten und am besten direkt beim Imker kaufen.

Industriell hergestellte Nahrungsmittel – Bei industriell hergestellten Nahrungsmitteln sieht die Sache leider anders aus. Diese enthalten meist sehr viel Zucker. Und leider wird der Anteil der Fructose immer größer. Viele große Hersteller arbeiten mit einem, wie oben angesprochen, Fructose-Glucose-Sirup. Das bedeutet, dass der Anteil der Fructose höher ist als jener der Glucose.

Die Hintergründe dafür sind genauso einfach wie erschreckend. Erstens ist die Gewinnung von Fructose aus (vor allem) Mais sehr einfach und kostengünstig. Außerdem ist Fructose um ein Vielfaches süßer und wesentlich wasserlöslicher als Glucose. Dies macht die Verarbeitung einfacher. Diese Gründe sind wirtschaftlich nachvollziehbar. 

Doch das große Problem ist, dass Fructose zu keiner Sättigung führt. Somit können wir immer mehr und mehr von diesen Lebensmitteln konsumieren und haben auch kurz danach wieder Lust auf etwas Süßes. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes raffiniert!

Vorsicht! 

Kalorienreduzierte Lebensmittel, in denen Fruchtzucker enthalten ist, dürfen mit der irreführenden Aufschrift „ohne Zuckerzusatz“ werben. In dem Fall ist ausschließlich der Zusatz von Saccharose, also dem bekannten Haushaltszucker, verboten.

Warum haben wir dann eigentlich so ein Verlangen nach Zucker, wenn er doch so schlecht für uns ist? Auch hier gibt es wiederum eine evolutionäre Antwort. In der Natur ist süß gleichzusetzen mit reifen Früchten. Es gibt kein natürliches Gift, dessen Geschmack süß ist. Somit heißt süß auch gleich: nicht giftig. Auch die Muttermilch hat einen süßen Geschmack. Was können wir tun, wenn wir einmal doch zu viel Zucker essen?

Um verstehen zu können, wie wir den schädlichen Auswirkungen von Zucker entgegenarbeiten können, müssen wir uns einen bestimmten Vorgang in unserem Körper näher ansehen.

Aldosereduktase

Die Aldosereduktase ist ein Enzym, das eine wesentliche Rolle bei der Umwandlung von Glucose zu Sorbitol spielt. Das ist der erste Teil des Polyolweges, auf den ich später noch einmal zurückkomme.

Sorbitol regelt den Wasserhaushalt in unserem Körper. Wir bestehen zu 60–70 % aus Wasser. 66 % unseres Wassers befinden sich in unseren Zellen (intrazellulär) und 34 % extrazellulär. 

Sorbitol sorgt dafür, dass das Wasser in die Zelle gezogen wird. Außerdem spielt Sorbitol eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Glucose zu Fructose. Über diesen Weg wird die, wie oben beschrieben, überflüssige Glucose zu Fett umgewandelt.5

Der zweite Teil des Polyolweges ist nun die Rückumwandlung von Fructose zu Sorbitol. Dieser Weg ist um ein Zehnfaches schneller als der Hinweg. Das ist alles noch physiologisch.

Doch was passiert jetzt, wenn wir ständig Zucker zuführen?

Der Sorbitolspiegel steigt immer weiter und sorgt für eine Veränderung des osmotischen Drucks im Blut. Dies führt dazu, dass immer mehr Wasser in die Zelle gezogen wird. Das kann so weit gehen, dass Zellen platzen können. Eine Studie hat gezeigt, dass Fructose und im weiteren Verlauf Sorbitol eine der Hauptursachen für Alzheimer sind.6

Könnten wir dann nicht einfach Aldosereduktase hemmen? Ja, das wurde auch schon probiert. Es kamen bereits einige Medikamente auf den Markt, die genau das tun. Diese Medikamente haben nur leider einen großen Nachteil. Sie sind extrem toxisch für die Leber.

„Können wir dieses Enzym nicht doch irgendwie hemmen? Ja, NATÜRLICH!

In der Natur gibt es gleich mehrere Stoffe, die Aldosereduktase hemmen. Die besten Lebensmittel hierfür sind Spinat, Zimt, Pfefferminztee, Bockshornklee, Salbei, Schwarzkümmel und natürlich Curcuma.

Muss ich ein Lebensmittel zweimal am Tag, fünf Tage die Woche zu mir nehmen, um Nahrung als Medizin einsetzen zu können?

Nein, denn jeder der oben genannten Lebensmittel wirkt ein bisschen anders und hemmt die Aldosereduktase auf eine andere Weise. Daher ist es sinnvoll, all diese Speisen und Gewürze zu kombinieren.

Zusammenfassend kommt der Zucker, so raffiniert er auch ist, wirklich nicht gut davon. Hier noch einmal in aller Kürze ein paar Vorschläge, wie wir unbeschadet durch diese süße Welt kommen.

  • Der Zuckeranteil einer Mahlzeit sollte < 10 % sein.
  • Einfach einmal nicht essen – versuchen Sie 16 Stunden Fasten jeden Tag einzuhalten.
  • Nüchtern bewegen – dies fördert die Ausschüttung von Insulin vor einer Mahlzeit, was dazu führt, dass der Zucker besser verarbeitet werden kann. Außerdem beugt es Insulinspitzen und einem darauffolgenden Hungerloch vor.
  • Verzichten Sie auf industriell hergestellte Nahrungsmittel, sie enthalten fast immer Zucker oder Süßstoff.
  • Lassen Sie sich nicht von Light-Produkten in die Irre führen.
  • Nützen Sie natürliche Aldosereduktase-Hemmer.

Hilfe aus der Natur

Bittermelone-Extrakt
+ Chrom + Zimt

OPC + C
Traubenkern-Extrakt

Bei den oben genannten, themenbezogenen Produkt-Tipps handelt es sich um bezahlte Einschaltungen der Dr. Ehrenberger Synthese GmbH.

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