Intervall-
Fasten – ein
neuer Zugang
zur Erhaltung
Ihrer
Gesundheit

Intervallfasten zeigt uns, wie wichtig die Einhaltung der natürlichen Rhythmen für unsere Gesundheit ist.

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Von Dr. med. Michael Ehrenberger

Die Entwicklung der Menschheit hat bereits einen langen Weg hinter sich. Würde man aber die Entwicklung des Lebens auf dieser Erde in einen 24-Stunden-Tag einteilen, dann wäre der Mensch erst um zwei Minuten vor zwölf auf die Bühne gekommen, also vor ca. 6,5 Millionen Jahren. Obwohl dies in der Evolution des Lebens eine relativ kurze Zeitspanne ist, so übersteigt sie dennoch unsere Vorstellungskraft. In dieser Zeit hatte der Homo sapiens genügend Zeit, sich mit den Rhythmen der Natur zu entwickeln. In dieser Entwicklung lernten wir Fülle zu genießen, aber auch Zeiten zu erleben, in denen von Fülle keine Rede war. Intervallfasten zeigt uns, wie wichtig die Einhaltung der natürlichen Rhythmen für unsere Gesundheit ist.

Ohne anklagend oder belehrend zu wirken, möchte ich zu Beginn dieses Beitrages feststellen, dass wir in einer Zeit der Fülle und des Überflusses leben. Dies betrifft natürlich nicht die armen Länder dieser Erde, sondern die reichen Industriestaaten. Die Aussage ist uns allen bekannt, ebenso bekannt ist uns, dass täglich Tonnen von Lebensmitteln vernichtet werden. Einerseits stammen diese Lebensmittel aus Supermärkten, die ja bekanntlich immer frische Ware liefern wollen, andererseits aber auch aus Haushalten, deren Bewohner zu viel eingekauft haben. Nicht alle Lebensmittel aber, die produziert werden, erreichen auch den Supermarkt oder gar die Konsumenten. Bei einer Überproduktion werden sie einfach ins Meer gekippt, wie es mit Äpfeln oder Weizen passiert. Dies sind Maßnahmen, um die Preise stabil (= hoch) zu halten.

Die eingangs erwähnten Fakten sind aber nicht Inhalt dieses Beitrages, sie sollen nur zeigen, dass wir genug Lebensmittel produzieren können, damit es keinen Hunger mehr auf dieser Welt gibt. Eine andere Tatsache ist, dass es mehr übergewichtige Menschen auf unserem Planeten gibt, als Menschen, die an Hunger leiden. Auf jeden hungernden Menschen kommen ca. zwei übergewichtige Erdbewohner. Allein in den USA ist ein Drittel der Bevölkerung übergewichtig und dies verursacht Kosten in der Höhe von ca. 200 Milliarden Dollar. Europa liegt da nicht weit dahinter und wird den USA bald den ersten Rang ablaufen. Die Folgen von Übergewicht sind bekannt: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und manche Krebserkrankungen. Natürlich sind auch viele Arthrosen, chronische Entzündungen und Allergien die Folgen einer Überernährung. „Die Menschheit frisst sich zu Tode“, pflegte mein Großvater zu sagen. Diesen Ausspruch, den auch eine russische Wissenschaftlerin, Frau Dr. Galina Schatalova, verwendet, habe ich in dem Buch „Der Jungbrunnen-Effekt“ (Straubinger, Fensl, Karrè) wiedergefunden.

Bevor wir uns in diesem kurzen Artikel mehr mit dem Intervallfasten beschäftigen, möchte ich noch auf zwei Tatsachen hinweisen.

Übergewicht macht krank! 

„Ein leerer Sack kann nicht stehen“, lautet ein herkömmliches Sprichwort. Dies ist längst überholt. Schlanke Menschen haben ein viel höheres Potential für körperliche Leistungen als übergewichtige Personen. Übergewicht ist außerdem die Basis von chronischen Erkrankungen, die die betreffende Person ein Leben lang begleiten. 

Dicke Kinder werden immer wieder durch Mobbing ihrer Kameraden ins Abseits gestellt. Zugegeben, das ist unsozial und nicht zu vertreten, da gibt es kein Wenn und Aber, diese Verhaltensweise darf man nicht tolerieren. Wie sieht es aber in der freien Natur aus? Ich habe das Glück, dass ich in einer Umgebung wohne, in der ich sehr viele freilebende Tiere beobachten kann. Rehe, Hirsche, Hasen, Igel, Vögel und Wildschweine. Ich habe noch kein einziges dieser Tiere gesehen, das übergewichtig war. Warum? Diese Exemplare hätten keine Chance zum Überleben! Wildlebende Tiere müssen sich dem Rhythmus der Natur anpassen, sie bekommen nicht jeden Tag um die gleiche Zeit Futter und können dadurch ihr Idealgewicht halten.

Dicke Tiere sind krankheitsanfälliger. Oft sterben Zuchtschweine an einem Herzinfarkt, dies passiert einem Wildschwein nicht, gibt uns das nicht zu denken? 

Um auf das Mobbing zurückzukommen. Ja, unsozial, böse und nicht zu tolerieren, keine Frage! Erkennen aber Kinder vielleicht doch intuitiv ein Fehlverhalten wider die Natur? Wie man dies zum Ausdruck bringt, bleibt natürlich dahingestellt. Meine jüngste Tochter, die sehr schlank ist, hat versucht, eine stärkere Freundin zum Sport zu bewegen, dies finde ich sehr in Ordnung. Ob die Aufforderung angenommen wird, wer weiß?

Kalorienzählen, ein Relikt aus der Steinzeit? 

Da ich nun fast vier Jahrzehnte als Arzt tätig bin, darf ich Ihnen versichern, dass mit dem Kalorienzählen sicherlich etwas nicht stimmt. Es gibt Personen, die gertenschlank sind und essen können ohne Ende. Andere Menschen wiederum sind übergewichtig und essen wirklich nur ein Minimum. Wie ist dies erklärbar?

Nun, eine endgültige Erklärung bleibt uns durch das derzeitig anerkannte wissenschaftliche Modell in manchen Bereichen versagt. So glauben wir immer noch, dass Lebewesen geschlossene Systeme sind. Wir sprechen zwar gerne von „Qi“ und „Prana“, weil wir uns zu den fernöstlichen Heilmethoden hingezogen fühlen, allerdings haben wir den Begriff der „Lebensenergie“ in unseren Alltag noch nicht ausreichend integriert. In jedem Lebensmittel steckt mehr als bloße Kalorien, es steckt eine Energie darin, die die anerkannte Wissenschaft noch nicht akzeptieren möchte. 

Diese Energie ist es aber, die Lebewesen nährt, vom Einzeller bis zu hochkomplexen biologischen, offenen Systemen, wie der Mensch eines darstellt. Ohne diese Energie wäre es nicht möglich zu überleben, keine Ameise könnte ihr Leben fristen ohne sie. Zugegeben, eine schwere Kost für die mechanistisch orientierte Medizin, dennoch mit Fakten belegt. 

Frau Dr. Galina Schatalova war der Meinung, dass der Mensch nicht mehr als 1.000 Kilokalorien pro Tag brauche und dies auch nur bei extremer körperlicher Anstrengung. Ihre Behauptungen konnte sie durch zahlreiche Experimente bestätigen. Durch meine eigene Praxis als früherer Fastenarzt kann ich bestätigen, dass man auch nach sieben Vollfasttagen in der Lage ist, Sport zu betreiben, vielleicht sogar besser als vor der Fastenzeit. Die Augen und auch der Verstand werden klarer, das Gemüt ruhiger und fast alle Blutwerte verbessern sich.

Autophagie

Der Begriff Autophagie oder Autophagozytose bezeichnet einen Vorgang, bei dem eine Zelle sich regeneriert. Verschiedene Zellbausteine werden dabei zerlegt und wiederverwertet. Es kann sich dabei um einzelne Proteine handeln, aber auch um ganze Zellorganellen, wie zum Beispiel Mitochondrien. Die Autophagie wurde bereits vor 50 Jahren in Rattenexperimenten nachgewiesen. Es konnte gezeigt werden, dass „hungernde“ Zellen von Ratten Bläschen bildeten und begannen, Teile ihres Innenlebens zu verdauen. 

Wenn Sie nun daran denken, dass die Zelle „sich selbst frisst“, dann liegen Sie falsch in dieser Annahme. Es handelt sich mehr um ein „Ausmisten“, um Platz für Neues zu schaffen. Vielleicht können wir diesen Vorgang am besten mit der Reinigung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung vergleichen. Wenn Sie den Müll nicht hinaustragen, dann sammelt sich so viel an, dass Ihre Heimstätte unbewohnbar wird. Müll kann jedoch wiederverwertet werden und genau das machen unsere Körperzellen, vorausgesetzt, wir geben ihnen die Chance dazu.

Die Autophagie – der Selbstreinigungseffekt der Zelle – unterstützt zahlreiche wichtige Funktionen in unserem Körper. So wird die Herzfunktion gestärkt, der Blutdruck stabilisiert, das Immunsystem unterstützt und eine ganze Reihe von chronischen Erkrankungen gelindert, von Diabetes bis Rheuma, Arthritis und Arthrosen. Personen, die an einer Krebserkrankung leiden, zeigen ebenfalls positive Reaktionen auf eine regelmäßige Nahrungskarenz. 

Valter Longo (Biologe und Altersforscher) bezeichnet Fasten als eines der stärksten Medikamente, die der Medizin zur Verfügung stehen. Auch Paracelsus meinte schon vor 500 Jahren: „Heile den Körper, indem Du seine Säfte reinigst.“

Als naturheilkundlich orientierter Arzt bin ich es natürlich gewöhnt, wegen meiner Aussagen kritisiert zu werden. 

Ich möchte jedoch nicht unerwähnt lassen, dass für die Forschung der Autophagie 2016 sogar der Nobelpreis an den japanischen Forscher Yoshinori Ohsumi verliehen wurde. Auch an der Universität in Graz werden unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Thomas Pieber wichtige Erkenntnisse bezüglich Autophagie und Nahrungskarenz gesammelt und es ist zu hoffen, dass diese Erkenntnisse bald in jedem Spital und jeder Arztpraxis aufgenommen, akzeptiert und umgesetzt werden. 

Prof. Dr. Thomas Pieber zum Thema Intervallfasten:

„Es verbessert sich etwa die Herzfunktion dramatisch – wir sehen das Phänomen, dass mittellange Fastenperioden die Herzfunktion so weit steigern, dass in der Sport-medizin sogar untersucht wird, ob man es nicht als Doping einstufen muss“.

Wie funktioniert Intervallfasten?

Nun, Intervallfasten ist relativ einfach auszuführen. Wichtig ist es, eine Fastenzeit von mindestens 16 Stunden einzuhalten und dies, wenn möglich, täglich. Wir sprechen hier von der 16 : 8 Methode. Dies bedeutet, 16 Stunden keine Kalorien zu sich zu nehmen. In den verbleibenden 8 Stunden können ohne Probleme zwei Mahlzeiten konsumiert werden. Wenn man allerdings sagt: keine Kalorien, dann muss man wirklich ohne Kalorien bleiben, also auch keinen Alkohol trinken und keinen Kaffee mit Zucker. Schwarzer Kaffee ohne Milch und Zucker ist erlaubt. Kräutertee, grüner Tee und Wasser sind natürlich auch erlaubt. 

Warum mindestens 16 Stunden? Erst nach 14 Stunden tritt die schon beschriebene Autophagie ein und die Zellen haben dann Zeit, unerwünschte Stoffe abzubauen. Natürlich können Sie die Fastenzeit auch verlängern, zum Beispiel auf 20 Stunden, dann gehen sich allerdings keine zwei Mahlzeiten mehr aus. 

Sie können auch variieren. Eine Variante wäre die 6 : 1 Fastenzeit. Dabei wählt man einen Tag in der Woche, an dem man nichts isst. Man kann auch an jedem dritten Tag nichts essen u. s. w. Wichtig ist, dass der Autophagieprozess in Gang kommt. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen guttut und womit Sie am besten umgehen können, zu einem Zwang sollte es nicht werden. Mehr Modelle des Intervallfastens finden Sie in dem Buch „Der Jungbrunnen-Effekt“. 

Was passiert, wenn ich Hunger bekomme?

Natürlich wird es Phasen geben, in denen Sie Hunger bekommen. Haben Sie keine Angst davor! Etwas Hunger schadet nicht. Wir sind zwar darauf konditioniert, dass wir den Hunger im eigenen Leib sofort „bekämpfen“, dieses Problem liegt aber meist in unserer Kindheit. Ein hungriges Kind quengelt mehr herum und hat auch das Recht, dass sein Hunger gestillt wird. Nachdem wir aber erwachsen geworden sind, müssen wir nicht sofort jeden Hunger stillen, oft genügt auch ein Glas Wasser oder eine gute Tasse Tee und plötzlich gibt der Magen Ruhe. Je mehr man sich an dieses Gefühl gewöhnt, desto leichter fällt auch das Intervallfasten.

Für wen ist Intervallfasten nicht geeignet?

Intervallfasten eignet sich für viele Personen, jedoch nicht für jedermann. Obwohl bei unseren Kindern oft das Gewicht nicht zur Körpergröße passt, sollten sie dennoch auf das Intervallfasten verzichten. Kinder sollten viel mehr lernen, die Essenszeiten einzuhalten und gesunde Lebensmittel zu bevorzugen. Man kann sie darauf aufmerksam machen, wie schädlich Zucker ist und dass die Kindermilchschnitte zwischendurch (eine fettreiche, zuckerhaltige, ballaststoffarme „Belohnung“, die krank macht) Probleme schaffen kann. 

Ebenso auf das Intervallfasten verzichten sollten Personen, die unter Magersucht leiden, schwangere Frauen und stillende Mütter. Leidet man an einer Krebserkrankung, ist unbedingt eine Fachmeinung einzuholen, bevor man die Ernährung umstellt. 

Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass es sich beim Fasten nicht um eine neue Erkenntnis in der Medizin handelt. Heutzutage sind wir jedoch in der Lage, die wissenschaftlichen Grundlagen zu erarbeiten und immerhin wurde dafür der Medizinnobelpreis verliehen.


Literatur:

Der Jungbrunnen-Effekt – P.A. Straubinger, Margit Fensl, Nathalie Karrè

Die Nobelpreis Methode – Bernhard Ludwig

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